Schottischer Whisky - Scotch Whisky
Wer sich für Schottland interessiert, der kommt an diesem Getränk nicht vorbei. Whisky ist eine Art Nationalgetränk in Schottland, vielleicht sogar eine Lebenseinstellung. Ähnlich verhält es sich übrigens in Irland (wo der Whisky übrigens Whisk"ey" heißt). In beiden Ländern ergibt der Ursprung des Wortes Whisky in etwa die selbe Aussage. Die Ableitungen aus dem gälischen ergeben demnach sinngemäß "Wasser des Lebens". Die Geschichte des Whisky kann man, soweit ich weiß, bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Um 1736 wurde der Begriff Whisky das erste mal (offiziell) genannt, vorher sprach man eher vom Aqua vite (mehr zur Geschichtliches zum Whisky)
Die Whisky Produktion in Schottland durchlebte schwere Zeiten. Es gab einige Krisen, viele Distilleries mussten schließen. Allerdings befindet sich das Produkt Whisky im deutlichen Aufwärtstrend. Die Whiskyproduktion bildet einen wichtigen Wirtschaftszweig in Schottland. Man exportierte zuletzt im Jahr 2010 über 1 Billion Flaschen Whisky weltweit. Schottland ist stolz auf seinen Whisky. Das spürt man. Im Bereich Tourismus hat man dem auch Rechnung getragen, in dem man zum Beispiel eigens den so genannten Malt Whisky Trail für interessierte Besucher konzipiert hat. Grundsätzlich kann man viele Destillerien in Schottland besuchen - und das Angebot wird von sehr vielen Touristen gerne angenommen.
Wie trinkt man Whisky?
Man trinkt den Whisky so, wie er einem am besten schmeckt. Anders würde ich das nicht sehen. Wer ihn unbedingt aus der Flasche trinken muss, der soll es so machen. Wer dickwandige Gläser mag, soll diese nutzen. Wer dünnwandige Gläser mag, soll diese nutzen. Grundsätzlich wird heute dem dünnwandigeren Glas der Vorzug gegeben. Aber das ist Ansichtssache.
Pur oder versetzt oder gar gemixt? Auch hier entscheidet der persönliche Geschmack. Es gibt viele Mixgetränke, der Whisky eignet sich vorzüglich dafür. Allerdings verliert er so seinen Charakter. Whisky Cola schmeckt kaum noch nach dem ursprünglichen Whisky, das ist eben so. Eine andere Sache ist die Nutzung von Wasser oder Eis. Whisky On The Rocks ist durchaus gängig, allerdings wird auch hier durch die Kälte viel vom Charakter des Whisky zerstört. Grundsätzlich wird dem Whisky durch die Zugabe von Wasser mehr und mehr seines eigentlichen Charakters genommen. Wer den eigentlichen Geschmack des Produkts kennenlernen möchte, der sollte den Whisky pur trinken - zumindest im Rahmen des Tasting und auch für die Geruchsprobe beim Nosing. Eine Ausnahme bilden hier vielleicht einige Spezialreserves, die einen Alkoholgehalt über 55 Vol.-% haben. Das muss man schon abkönnen, hier muss der eine oder andere vielleicht zwangsläufig zur Beimischung von Wasser greifen. Eine elegante Lösung ist übrigens die Nutzung eines separaten Glases mit Wasser. Man trinkt den Whisky pur und gibt dem Produkt die Möglichkeit sich zu entfalten. Erst danach trinkt man einen Schluck Wasser.
Die Qualitätsbeurteilung
Auch hier entscheidet der persönliche Geschmack. Es gibt Menschen, die mögen Whisky grundsätzlich nicht. Mancher mag vor allem US-amerikanischen Bourbon, andere mögen irischen Whiskey oder kanadischen Whisky. Wieder andere finden Gefallen an asiatischen Produkten. Nicht bei jedem Whisky Kenner steht der schottische Whisky grundsätzlich ganz oben in der Beliebtheitsliste - auch in der Fachpresse liegen schottische Whiskys nicht immer ganz oben im Ranking.
Gerade beim schottischen Whisky muss man klar festhalten: es gibt ihn nicht, den typischen schottischen Whisky. Produkte aus Schottland sind äußerst vielfältig, da kommt meines Erachtens kein anderes Land mit. Das ist letztlich auch eine der Besonderheiten schottischen Whiskys. Whisky aus den Lowlands z. B. ist normalerweise unaufdringlich und wenig nuancenreich. Der typischer Speyside Whisky kann sehr facettenreich sein. Er überfordert den Einsteiger selten, wirkt aber für den Kenner oft etwas flach. Ähnliches gilt für Highland Whiskys im Allgemeinen (das Speyside gehört ja letztlich zu den Highlands). Manchmal weisen Highland Whiskys auch eine gewisse torfige Note auf. Als äußerst charaktervoll gelten vor allem die Inselwhiskys, welche heute in den Beliebtheitslisten meist weit oben stehen. Hier wirkt vor allem das typische torfige Aroma sehr stark. Dieses ist vielleicht auch eines der Merkmale, welche "typischen" Scotch heute ein Stück weit definiert.
Ob ein Whisky letztlich als gut oder schlecht bewertet wird, ist und bleibt aber Ansichtssache. Gerade beim Nosing und Tasting schmeckt jeder etwas anderes heraus. Viele empfinden Whisky einfach nur als scharf/spritig und schmecken nur den Alkohol. Andere beschreiben allerdings eine Vielfalt von Aromen - über Blumen (Veilchen, Rosen), Gewürze (Nelken, Zimt, Vanille) bis hin zu Toffee, Schokolade, Kaffee, Raucharomen, Holzaromen oder Meeresgeruch. Dies kann bis hin zur Feststellung von Gerüchen nach Schafen, Pferdezaumzeug, Leder oder geräuchertem Fisch gehen.
Gut ist letztlich, was schmeckt und gefällt.
