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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Regionen in Schottland: Assynt mit Loch Assynt, Ardvreck Castle und Calda House

Loch Assynt, Schottland
Idyllisch: Loch Assynt

Assynt (gälisch: Asainte) ist die Bezeichnung einer Region im Bereich der nördlichen Highlands von Schottland, dort wiederum im Westen von Sutherland gelegen. Assynt gehört zu den weniger bekannten Regionen Schottlands, allerdings handelt es sich um eine äußerst schöne Naturregion mit schönen Naturschutzgebieten wie dem Inverpolly Nature Reserve und Knockan Crag National Nature Reserve, dem bekannten namensgleichen See Loch Assynt und einigen bemerkenswerten Bergen wie dem Suilven, dem Quinag, Canisp, Ben More Assynt usw.

Bemerkenswert ist zudem, dass sich in Assynt die längste bekannte Höhle Schottlands befindet (Uamh an Claonaite, südlich von Inchnadamph) sowie der höchste Wasserfall Schottlands westlich des Quinag, der Eas a' Chual Aluinn.

Assynt gehört zu den typischen einsamen Regionen in den Highlands. Es gibt nur wenige Gemeinden und die sind meist nicht mehr als kleine Siedlungen mit wenigen Häusern und weniger als 100 Einwohnern ( Achmelvich, Ardvar, Balchladich, Clachtoll, Clashmore, Clashnessie, Culkein, Culkein Drumbeg, Drumbeg, Elphin, Glencoul, Inchnadamph, Inverkirkaig, Kylesku, Lochinver, Nedd, Raffin und Stoer).

Davon kann man eigentlich nur Lochinver herausheben, einen mit knapp 600 Einwohnern zwar nur kleinen Ort, der dafür aber einen in Schottland recht bedeutenden Fischereihafen hat.

Inchnadamph, Schottland
Typische Szenerie in Assynt: Blick auf die kleine Siedlung Inchnadamph

Viele der Siedlungen im Nordwesten von Assynt entstanden zu Zeiten der Highland Clearances, die Leute lebten vor allem von der Landwirtschaft oder vom Fischfang. Gehört haben die Ländereien normalerweise immer Privatpersonen/Clans. Das wurde auch hier zu einer etwas problematischen Sache, denn die Menschen lebten sozusagen auf privatem Land (kaum anders als vor den Clearances).

Einiges davon gehörte der Familie Vestey, welche irgendwann ihr Land an eine windige Firma verkaufte, die kurz darauf in Konkurs ging. Danach sollte das ganze Land zerschlagen werden, was man durch den Selbstkauf bzw. den Kauf durch den gegründeten Assynt Corfters Trust verhindern wollte. Der Trust konnte schnell Geld durch die Mitglieder und noch mehr durch regionale Verwaltungen, den Staat und durch bekannte Personen aus Politik und Kultur sammeln. Allerdings scheiterte man zunächst mehrfach mit den abgegebenen Geboten.

Nach langem Hin und Her sowie einem gewissen Druck auf den Hauptgläubiger (eine schwedische Bank), konnte der Trust Ende 1992 für 300.000£ das North Lochinver Estate erwerben und benannte es sogleich in North Assynt Estate um. Über die Assynt Foundation kümmert man sich zudem um die gesamten Ländereien mit dem Berg Suilven und dem Cansip ebenso wie die Liegenschaften von Drumrunie mit den Bergen Cùl Mòr und Cùl Beag.

Die gesamte Region ist, wie erwähnt, extrem dünn besiedelt und dementsprechend ist die Infrastruktur auch nicht ganz so gut. Daher halten sich in der Ecke Schottlands auch vergleichsweise wenige Touristen auf, was die Region für Individualreisende natürlich noch etwas spannender machen kann.

Sehenswürdigkeiten

The globe, Schottland
The Globe am Knockan Crag
  • Im Grunde genommen die gesamte Gegend mit Qinag, Suilven, Ben More Assynt, Canisp usw.
  • The Globe am Knockan Crag
  • Loch Assynt
  • Ardvreck Castle (siehe Beschreibung unten)
  • Calda House (siehe Beschreibung unten)
  • Höhle Uamh an Claonaite, südlich von Inchnadamph
  • Wasserfall Eas a' Chual Aluinn

Ardvreck Castle

Ardvreck Castle, Schottland
Blick über Loch Assynt zum Ardvreck Castle

Ardvreck Castle steht am nördlichen Ende von Loch Assynt in den Nordwestlichen Highlands. Es handelt sich um die kargen Überreste eines Schlosses des Clans Mac Leod. Interessanterweise steht das Castle, je nach Wasserstand des Sees, auf einer kleinen Insel.

Das Castle wurde unter Angus Mor III um 1490 erbaut, die Anlage war relativ klein und angeblich 3 bis 4 Stockwerke hoch. Rund um das Schloss soll es daher kleine Bauwerke gegeben haben, in welchen z. B. Küche, Personalräume und Stallungen untergebracht waren. Das Castle gehörte den MacLeods, den Herren von Assynt und die benachbarten Regionen.

Um 1672 wurde das Castle vom Clan MacKenzie angegriffen. Sie übernahmen das Schloss und damit auch die Herrschaft über Assynt. Die MacKenzies erbauten zu Wohnzwecken das nahegelegene Calda House, nach dessen Bau Ardvreck Castle praktisch ohne Nutzen leerstand und verfiel. Im Jahr 1795 wurde die Anlage zudem von einem Blitz getroffen und brannte nieder.

Spukschloss Schottland

Geistergeschichten um Ardvreck Castle

Zunächst einmal ist die Geschichte der Meerjungfrau (siehe Loch Assynt) eng verbunden mit dem Castle, da es sich um den Geist der MacLeod Tochter Eimhir handeln soll. MacLeod soll den Bau des Castle nur mit Hilfe des Teufels geschafft haben. Dafür versprach er dem Teufel seine Tochter, die wiederum soll sich von den Zinnen des Castle zu Tode gestürzt haben. Nach dieser Version soll sie in den Ruinen umherwandeln. Eine andere Geschichte besagt, dass sie auf der Flucht vor dem Teufel Zuflucht in den Höhlen von Loch Assynt fand und seither dort als Meerjungfrau zu sehen ist.

Eine weitere Geistersichtung ist die eines Mannes in Grau. Es könnte sich um James Graham, den Marquis of Montrose handeln, der einst im Schloss gefangen gehalten wurde und später in Edinburgh hingerichtet wurde.

Calda House

Wie oben erwähnt, handelte es sich bei Calda House um das Herrenhaus der MacKenzies. Sie erbauten es am südlichen Ufer von Loch Assynt. Das Haus wurde erbaut, als Kenneth MacKenzie II seine Frau Frances zum Castle brachte. Die fand das Castle wenig wohnlich, weshalb MacKenzie um 1726 an den Bau eines neuen Herrenhauses ging.

Benannt nach dem nahen Calda Burn entstand ein dreistöckiges Haus aus Sandstein. Es muss ein recht großes Haus gewesen sein, angeblich gab es nicht weniger als 14 Schlafzimmer. Es entsprach wohl dem etwas ausschweifenden Lebensstil MacKenzies Frau Frances. So wie es überliefert wurde, war dementsprechend bald kein Geld mehr da und MacKenzie musste seine Liegenschaften an seinen Erzfeind, den Earl Of Sutherland, verkaufen. Anhänger der MacKenzies konnten das nicht dulden und wollten nicht, dass je ein Sutherland hier wohnen soll. So sollen sie das Haus im Jahr 1737 niedergebrannt haben.

Spukschloss Schottland

Geistergeschichten um Calda House

Zu der oben genannten Geschichte um den Brand von Calda House gibt es eine andere Geschichte, welche mit Geistersichtungen einhergeht. Angeblich sollen die MacKenzies eine Feierlichkeit abgehalten haben, welche bis in den Sabbath (also von Samstag auf Sonntag) hineinreichte. Im Verlauf der Feiern brach ein Brand aus und das Haus brannte bis auf die Grundmauern nieder. Nach Ansicht der Einheimischen war dieses Feuer die Strafe dafür, dass die MacKenzies in den heiligen Sabbat hineinfeierten. Ein Beleg dafür ist die Geschichte eines angeblich überlebenden Dudelsackspielers. Er überlebte nur deshalb, weil er sich weigerte, nach Mitternacht weiterzuspielen.

Seit diesem Brand spukt es um Calda House. Man sah eine geisterhafte Frauengestalt, ebenso gibt es immer wieder Lichtsichtungen rund um den Ort.

Hinkommen

Zum Ardvreck Castle bzw. Calda House kommt man recht gut über die A837, südlich der Kreuzung zur A894. Nördlich von Inchnadamph ist ein kleiner Parkplatz, von dort geht ein kurzer Fußweg entlang des Ufers von Loch Assynt zum Schloss.

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