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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Städte und Orte: Langholm (The Muckle Toon)

Info Langholm (The Muckle Toon), Schottland
Einwohner: ca. 2.300
Vorwahl: 013873
Postcode: DG13
Council-Area: Dumfries And Galloway

Langholm (gälisch Langaim, Scots Langhowm) ist ein Ort in Dumfries And Galloway in Schottland. Der Ort liegt am River Esk direkt an der A7 nahe an der Grenze zu England, nach Carlisle sind es kaum mehr als 25km. Nachbarorte von Langholm sind Canonbie und Eskdalemuir.

Der Ort befindet sich im Schlagschatten von vier Hügeln. Der höchste ist der Whita Hill (ca. 300 Meter), der von einem Obelisken gekrönt wird. Die anderen drei Hügel sind der Warblaw (auch Warbla), Meikleholmhill (auch Tinpin) und Castle Hill.

Geschichtliches

Langholm wurde um 1621 zu einer Burgh of Barony (per Übergabe von James VI an den Earl Of Nithsdale). Von 1643 bis 1892 bestimmte der Duke of Buccleuch die Geschicke der Stadt bzw. der Umgebung. Er wirkte anscheinend wie ein Feudalherr. Die Buccleuchs gaben ihre Herrschaftsstellung nicht auf, als die Erbrechte der Familie um 1747 erloschen waren, selbst die Errichtung von Langholm als Police Burgh um 1845 setzte die außerordentlichen Rechte der Buccleuchs nicht außer Kraft. Erst als 1892 in Langholm ein Town Council eingerichtet wurde, übernahm sozusagen ein Stadtrat die Leitung, aber der Duke Of Buccleuch blieb weiter ein bestimmender Faktor des Gemeinwesens.

Grundsätzlich waren die Ländereien um Langholm immer etwas umstritten. Lange Zeit lebte die Bürgerschaft im heutigen Ostteil der Stadt um den Whita Hill. Um 1757 kam es zu Streitigkeiten über die Grenzen. 1759 wurde das Land unter John Maxwell Of Broomholm, John Little und dem Duke Of Buccleuch aufgeteilt. Dabei wurde per Gerichtsbeschluss das Common Moss mit dem Kilngreen und der Zugang unabdinglich den Bürgern zugeschlagen. Damit war für die Pächter der Ten Merklands und die Bürger Nutzung und Zugang zum Moor gesichert (siehe dazu auch Kurioses um Kilngreen).

Die Grenzen wurden schließlich u. a. durch Grenzsteine markiert, welche durch einen Bürger jährlich überprüft wurden. Der erste Inspekteur war Bauldy Beatty, der die Prüfung noch zu Fuß erledigte. Aus der Tätigkeit entwickelte sich das Common Riding, nachdem man ab 1816 das Ganze per Pferd absolvierte.

Der Ort wuchs, wie viele Orte der Borders, rund um die prosperierende Textilindustrie. Im Ort gab es in Spitzenzeiten nicht weniger als 22 Textil-Mühlen. Die Spitzenzeiten sind zwar vorbei, aber Langholm gehört nach wie vor zu den wichtigen Textilorten Schottlands. Immerhin hat die bekannte Edinburgh Woollen Mill ihren Sitz in Langholm. Heute ist Langholm zudem als Zentrum der Border Fine Arts bekannt, welche Kunst aus und über die Borders weltweit verkauft.

Langholm ist auch bekannt als Sitz des Clan Armstrong. Im Ort gibt es den Clan Armstrong Trust Centre, welcher den Clan offiziell vertritt. Sitz des Clanzentrums ist Gilnockie Tower, welches zwischen Langholm und Canonbie liegt. Ein berühmter Nachfahre des Clan war Astronaut Neil Armstrong, der 1972 vom Ort geehrt wurde. Ein ehemaliger Sitz des Clan war Langholm Castle, welches aber weitgehend zerstört ist. Von den Ruinen ist nur noch wenig zu sehen.

Langholm weist am Ortseingang stolz auf seinen Bürger Hugh MacDiarmid (eigentlich Christopher Murray Grieve) hin. Macdiarmid gehörte zu den wichtigen Dichtern der schottischen Renaissance im 20. Jahrhundert. MacDiarmid prägte durch ein Gedicht auch die Bezeichung als Muckle Toon.

Die Historie des Ortes ist aufgrund der Lage nahe der Grenze naturgemäß schillernd und interessant. Einst war Langholm z. B. ein wichtiges Zentrum der früheren Border Reivers, den Grenzreitern. Auch sonst spielt der Ort historisch eine interessante Rolle, u. a. als Sitz der Armstrongs und Buccleuchs. Außerdem gibt es einige, auf Schottland bezogen, alte Institutionen in der Stadt. Der örtliche Rugby Club Langholm RFC etwa gehört zu den ältesten Rugby Clubs der Borders und spielt sowohl in der Scottish National League Division 1 als auch der Border League. Langholm hat eine Pipe und eine Brass Band, wobei die Brass Band (auch bekannt als Toon Ban) die älteste noch aktive Blaskapelle in Schottland ist.

Im Ort gibt es eine lokale Zeitung, den Eskdale & Liddesdale Advertiser. Die bei den Einheimischen kurz als The Squeak bekannte Zeitung berichtet seit 1848 über Langholm und Umgebung mit Canonbie und Newcastleton. Sie gehört zu den ersten Penny Newspapers Schottland.

Common Riding

Der Stadtgeschichte wird jährlich am letzten Freitag des Juli mit dem Common Riding gefrönt. Es huldigt den wackeren Reitern, welche früher ihr Leben zum Schutz der Gemeindegrenzen bzw. Allgemein der Dorfgemeinschaft riskiert hatten. 1919 wurde festgelegt, dass das Common Riding jeden letzten Freitag im Juli abgehalten werden soll.

Langholm, die Muckle Toon

Im Prinzip wurde Langholm vor allem aufgrund eines Gedichts von Hugh MacDiarmid mit dem Begriff Muckle Toon asoziiert. Muckle stammt aus dem Scots und bezieht sich u. a. auf das altenglische Micel bzw. das altnordische mikill. Es steht für etwas großes bzw. viel. Demgemäß wäre Langholm die große Stadt. Im Hinblick auf das Gedicht von MacDiarmid scheint das eher metaphorisch gemeint zu sein und bezieht sich sozusagen auf "die große Schönheit" der Stadt.

Sonstiges Interessantes zum Ort

Im Ort gibt es einen Cricket Club, welcher seine Spiele auf dem schönen Castleholm Ground austrägt. Die Mannschaft spielte zuletzt in der Border League. Auf dem Castleholm Ground spielt auch das örtliche Fußballteam.

Jährlich zelebriert wird das Ridden Stoor. Weitere Festivals im Ort sind das Langholm & Eskdale Festival of Music & Arts, ein Music And Arts Festival, das Langholm Food Festival und die Langholm Walks.

In einem ehemaligen Kirchengebäude am Lodge Walk das Armstrong Clan Museum untergerbracht.

Im Ort hat die Eskdale and Liddesdale Archaeological Society ihren Sitz.

Kurioses um Kilngreen

Wie oben erwähnt, wurden durch den Gerichtsbeschluss von 1759 die Ländereien um Langholm aufgeteilt. Kilngreen wurden den Bürgern von Langholm für alle Zeiten überschrieben. Nun kam es im 20. Jahrhundert zu verwirrenden Aktionen um Kilngreen.

1922 schenkte der Duke Of Buccleuch And Queensberry der Stadt anscheinend eben jenes Kilngreen, welches den Bürgern eigentlich schon gehörte. Der Duke schenkte der Stadt Kilngreen unter der Maßgabe, dass es für alle Zeiten dem Nutzen und der Freude der Bürger von Langholm dienen soll. Kilngreen dürfe nie ohne Zustimmung des Duke Of Buccleuch veräußert werden. Das ist an sich eine bemerkenswerte Sache, denn der Duke schenkte den Bürgern damit eine Sache, welche ihnen eigentlich schon gehörte. Und das auch noch mit Auflagen.

Im Gebäude von Kilngreen brachte man bis 1999 das Dumfries and Galloway Tourist Board unter. 1999 verlegte man das Tourist Board und das Gebäude stand 10 Jahre leer. Der Stadtrat beriet 2009 über die Zukunft von Kilngreen. Schnell wurde klar, dass man Kilngreen verkaufen wolle um damit einen guten Ertrag zu generieren. Das Gebäude soll in einem miserablen Zustand gewesen sein. Einheimische bestehen jedoch darauf, dass kurz vor dem Verkauf durch ein vor Ort tätiges TV-Team und ein Team freiwilliger Bürger einiges repariert wurde.

Egal, die Stadt zog den Verkauf durch. Ironischerweise wandte sich die Stadt an die Buccleuch Estates Ltd. Buccleuch lehnte einen Kauf unter Bezugnahme auf die Festlegungen ihres Vorfahren von 1922 zunächst ab. Buccleuch ließ allerdings durchscheinen, dass man einem Rückkauf grundsätzlich nicht ablehnend gegenüberstand. Man könne die Liegenschaft von der Stadt zurückkaufen und dann in irgendeiner Form der Gemeinnutzung zuführen. Damit hätte man dem Wunsch des Duke, auf Umwegen, letztlich wieder entsprochen. So wurde die Verpachtung des Gebäudes an die Langholm Initiative als Moorland Education Centre ins Spiel gebracht.

Der Stadtrat stimmte schnell zu und verkaufte im September 2009 nach offizieller Stellungnahme die Liegenschaft zu marktüblichen Konditionen an die Buccleuch Estates Ltd. Allerdings wurde die Liegenschaft wohl nie öffentlich ausgeschrieben. Auch der Kaufpreis soll sehr niedrig gewesen sein.

Der Vorgang ist schon außergewöhnlich. Die Buccleuchs schenkten 1922 mit Auflagen ein Land an Langholm, welches seit 1759 sowieso per Gerichtsbeschluss den Bürgern von Langholm gehörte. 2009 kauften die Buccleuchs genau diese Liegenschaft wieder zurück. Interessant an der Sache: die Auflagen des Duke von 1922 hätten sich nach einem schottischen Gesetz nach hundert Jahren erledigt gehabt. D. h. ab 2022 hätte die Stadt mit Kilngreen anscheinend machen können, was sie will. Eine durch und durch bemerkenswerte Sache, welche in Teilen der Bevölkerung für Unmut sorgte.

Verkehr Newcastleton

Verkehr

Früher lag Langholm auf der Bahnlinie Carlisle − Hawick. Die Linie wurde von 1864 bis 1964 betrieben. Der letzte offizielle Personenzug fuhr im Juni 1964. Möglicherweise wurde der Bahnverkehr durch die Lage von Langholm an der A7 überflüssig. Der ÖPNV wird heute komplett über Busse der Linie X95/95 bedient. Die Stadt an sich ist mit dem Auto sehr gut über die A 7 erreichbar.

Unterkunft Newcastleton

Unterkünfte

B&Bs

  • Abbotshaw House B&B and Stables
  • Byreburnfoot Country House Bed and Breakfast
  • Carnlea B & B
  • Firbrae B & B
  • Four Oaks Bed and Breakfast
  • Netherstead Lodge
  • Rennaldburn B&B
  • Thorniewhats Bed & Breakfast
  • Wauchope Cottage Bed and Breakfast

Camping, Caravan

  • C L Site
  • Whitshiels Cafe & Caravan Park

Hotels

  • Eskdale Hotel
  • The Douglas Hotel

Self-Catering

  • Burnfoot Holiday Cottages
  • Esk Cottage Holiday Rental
  • Garden Cottage
  • Glendinning Farm Cottages
  • Harelawhill ECO Yurt
  • Marilyn's Motels
  • Rennaldburn Self Catering Farmhouse
  • The Stables Cottage

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