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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Städte und Orte: Cumbernauld

Cumbernauld (gälisch Comar nan Allt) thront sozusagen auf einem der höchsten Hügel im ansonsten eher ebenen Schottischen Central Belt. Aufgrund der Lage wurde Cumbernauld einst auch als The Windy Toun bezeichnet. Heute ist Cumbernauld Teil des Ballungsraumes Glasgow und ein Großteil der Stadt wurde im als New Town im Jahr 1956 neu konzipiert. Im Fall von Cumbernauld entstand die New Town im Jahr 1956 vor dem Hintergrund, das Glasgow aus allen Nähten platzte und man neuen Wohnraum für Glasgow schaffen musste.

Landesinfo
Einwohner: ca. 49.664
Vorwahl: 01236
Postcode: G67-68
Council-Area: North Lanarkshire

Mittlerweile ist Cumbernauld die größte Siedlung in North Lanarkshire und gehört zu den beliebtesten Wohnorten in Schottland, auch wenn die Realisierung der New Town nicht durchgängig gelungen ist und Cumbernauld oft als sehr kalt und nüchtern bezeichnet wird.

Ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei Cumbernauld größtenteils um eine New Town handelt, geht die Siedlungsgeschichte der Gegend weiter zurück. In dem Fall wohl bis in die Zeiten der römischen Besatzer, als im Zuge der Bauarbeiten am Antonine Wall Cumbernauld wohl besiedelt wurde. Ein Zentrum der Siedlung war anscheinend das Cumbernauld House, das heute an der Stelle des ehemaligen Cumbernauld Castle steht.

Cumbernauld Castle wurde als Motte And Bailey Festung erbaut, später dann jedoch umgebaut. Es gehörte zuerst den Comyns, danach den Flemings. Das Castle wurde immer wieder von der schottischen Königsfamilie besucht. Auch Mary Queen Of Scots war im Cumbernauld Castle. Sie soll damals einen Baum beim Castlecary Castle gepflanzt haben, der auch heute immer noch dort steht. Es ist anscheinend so gewesen, dass während des Besuchs von Mary die komplette Decke des Eingangsbereichs im Cumbernauld Castle herunterbrach. Man berichtet auch, dass die schottischen Könige immer wieder in Cumbernauld selbst zur Jagd waren, denn in den Wäldern um Cumbernauld soll es den sagenhaften Scottish Ox im Überfluss gegeben haben. Dieses weiße Rind fühlte sich in den letzten Resten des Caledonian Forest anscheinend wohl.

Cumbernauld House wurde von Robert Adam erbaut und wird heute als Büro genutzt. Das alte Schlossgelände wird heute als Park genutzt und nennt sich Cumbernauld Fields.

Cumbernaulds New Town

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges begann sich die Wohnraumsituation in Glasgow immer weiter zu verschärfen. Man rief dann 1946 den Clyde Valley Regional Plan ins Leben und legte mögliche Orte fest, an denen neue Satellitenstädte für Glasgow entstehen sollten. 1955 wurde Cumbernauld im Zuge der Planungen als so genannte New Town benannt. Die Entwicklung, Planung und Leitung wurde dann von der Cumbernauld Development Corporation (CDC) bis 1996 betrieben.

Nach Meinung vieler Fachleute stellt gerade Cumbernauld ursprünglich eine Art Vorzeigprojekt für fast schon utopisch anmutende New Town Visionen in Großbritannien dar. Die Anlagen wurden kühl durchgeplant. Dabei versuchte man schon früh die Bereiche für Menschen und Fahrzeuge getrennt zu planen. So gab es speziell in Cumbernauld sehr üppige Planungen für Fußgängerwege und spezielle Unterführungen und Brücken für Fußgänger. Man versuchte weitgehend auf Fußgängerüberwege und Ampelanlagen zu verzichten. Die Gesamtanlage der New Town mit dem Town Centre wurde weltweit sehr beachtet und viele Stadtplaner kamen nach Cumbernauld, um sich hier Anregungen zu holen.

Die New Town wurde jedoch bis heute nie komplett realisiert. Man geht davon aus, dass nur die Hälfte der ursprünglichen Planung verwirklicht wurde. Viele der angestrebten Ideale wurden nie umgesetzt. Die Zeiten und Ansichten ändern sich auch. Wie in vielen anderen Fällen war die stellenweise utopisch anmutende Planung aus den 1960ern und 1970ern nach 2000 nicht mehr sehr angesagt. Cumbernauld gewann daraufhin immer wieder Negativpreise und wurde immer mal wieder als hässlichste Stadt in Großbritannien ausgezeichnet.

Trotz aller schlechter Kritiken bleibt das Gesamtkonzept aber wohl wegweisend. Das Stadtdesign wurde 1993 als eines der 60 Schlüsselwerke der Nachkriegsarchitektur bezeichnet. Cumbernauld bleibt letztlich ein kleines Mysterium. Die Stadt wird als extrem nüchtern und kalt bezeichnet, andererseits gilt die als recht beliebtes Wohngebiet. Außerdem verfügen die Einwohner über ein überdurchschnittliches Einkommen und es herrscht eine sehr niedrige Arbeitslosenquote.

Das Kernstück der Newtown ist der Town Centre, der in verschiedenen Phasen als ein zusammenhängendes Objekt geplant wurde und nach heutiger Ansicht einen der ersten wirklichen Shopping-Malls in Großbritannien darstellte bzw. darstellen sollte. Das Problem ist aber, dass gerade dieser Kernbereich nie komplett fertiggestellt wurde. Es ist auch so, dass viele Grundstücke und Gebäude heute ungenutzt da stehen. Mittlerweile rückte man mit schwerem Gerät an und riss einige der Gebäude wieder ab und versucht den Town Centre etwas weniger kühl durchgeplant zu gestalten. Ungeachtet dessen bleibt der Town Centre heute nach Ansicht vieler Betrachter eines der hässlichsten und am wenigsten geliebten Beispiele der frühen Nachkriegs-Architektur.

Nachdem die New Town errichtet war, fanden sich auch einige Unternehmen aus modernen Technologien, Chemieunternehmen und dem Nahrungsmittelbereich ein, die viele Arbeitsplätze bereitstellten. Ein anderer großer Arbeitgeber ist außerdem die Finanzbehörde Großbritanniens, die sich hier ansässig machte. Die Industriegebiete liegen vor allem entlang der A8 bei Castlecary, Wardpark und Westfield sowie bei Luggiebank und South Carbrain.

Transport und Verkehr

Als eine New Town ist Cumbernauld verkehrstechnisch relativ gut konzipiert. Man kommt schnell auf wichtige Straßen wie die M8, M73, M74, M80, M876 und M9. Entgegen örtlicher Widerstände soll die M80 bis 2011 weiter ausgebaut werden.

Cumbernauld bietet Busverbindungen nach Glasgow, Stirling, Falkirk, Dunfermline und St Andrews an. Bahnverbindungen gibt es über die Cumbernauld Railway Station und die Croy Railway Station u. a. Glasgow,Falkirk, Motherwell und Edinburgh

Etwas schlecht gelöst ist die Anbindung an den ÖPNV für die neuen Gebiete nördlich der A80.

Cumbernauld verfügt mit dem Cumbernauld Airport (EGPG) auch über einen Flughafen, der jedoch nur in begrenztem Umfang Personentransporte anbietet.

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