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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Personen: Robert I The Bruce

Robert I The Bruce (1274 - 1329) ist ein schottischer Nationalheld. Geboren wurde Robert The Bruce wahrscheinlich auf Turnberry Castle, möglicherweise jedoch in Lochmaben. Die Familie von Robert erhob nach dem Tod von Königin Margaret Ansprüche auf den schottischen Thron. Da es in Schottland keine Einigung gab, bestimmte der englische König jedoch den englandtreuen John de Balliol als König. Lange war Balliol nicht an der Macht. Schon 1296 wurde Balliol gezwungen, abzudanken. Edward I. verlangte Unterstützung von Schottland im Krieg gegen Frankreich. Als Balliol ihm diese versagte, marschierte Edward I. in Schottland ein, verwüstete das Land und zwang Balliol zur Unterwerfung und Abdankung. Robert The Bruce und sein Vater bekannten sich darauf hin zur englischen Krone. 1297 verbündete sich jedoch Robert The Bruce mit William Wallace gegen die Engländer. Die Schlacht von Stirling wurde zwar gewonnen, die Schlacht von Falkirk ging verloren. Wallace musste als Wächter über Schottland abdanken und flüchten, im Jahr 1305 wurde er verraten und brutal hingerichtet. Robert schwor erneut auf die englische Krone - um den Schwur ein paar Monate später wieder zu brechen. Es folgte wieder ein Kampf gegen die Engländer, der verloren ging. Robert wurden seine Rechte entzogen und es wurde ihm erlaubt, seine Loyalität zu England erneut unter Beweis zu stellen. Robert The Bruce kam aber wohl mit der Situation nie zurecht. So hatte er immer gewisse Probleme mit der Rolle von De Balliol bzw. dessen Neffen und rechtlichen Nachfolger Comyn.

Ein Problem war wohl auch, dass er sich mit Comyn die Rolle als Wächter über Schottland teilen musste, nachdem William Wallace fliehen musste. Die folgenden Jahre sahen aber letztlich immer eine Herrschaft des englischen Königs, auch wenn Bruce eine Allianz mit Lamberton gegen das englische Königshaus schloss. Man beschloss abzuwarten, bis der englische König sterben würde. 1305 wurde William Wallace in Glasgow gefangen und brutal hingerichtet. 1306 entzog der englische König Robert The Bruce die Herrschaft über Kildrummy Castle, weil ruchbar wurde, dass Bruce sich gegen das englische Königshaus verschworen hatte. Daraufhin versuchten sich John Comyn und Robert The Bruce zu einigen. Comyn versprach, die Ansprüche von Robert auf den Thron anzuerkennen. Dafür sollte Coymn umfangreiche Ländereien erhalten. Comyn soll jedoch diese Absprache an die Engländer verraten haben. Sie war letztlich Teil einer Verschwörung gegen den englischen König. Robert musste sich verstecken. Am 10. Februar 1306 traf Bruce in Dumfries ein. Er erfuhr, dass sein Erzrivale Comyn sich auch dort aufhielt. Er traf sich mit diesem in einer Kirche und beschuldigte ihn dort des Verrates, was Comyn verneinte. Robert streckte Comyn mit einem Dolch nieder, tötete ihn jedoch wohl nicht. Als später Roberts Begleiter die Kirche betrat, sah der den noch lebenden Comyn am Boden liegen und tötete diesen. Robert wurde für die Tat mit einem Kirchenbann belegt (übrigens nicht wegen des Mordes an sich, sondern weil die Tat vor dem Kreuz begangen wurde!)

Gegen den Widerstand Englands wurde Robert dann aber in Perth im Scone Palace 1306 zum schottischen König gekrönt. Man könnte auch sagen, er ließ sich zum König krönen. Ab 1307 gelang es The Bruce, nach vielen Fehlschlägen, erste Erfolge bei der Zurückeroberung Schottlands zu feiern. Dabei hatte er anfangs nicht nur gegen die englischen Feinde zu kämpfen. Er genoss wegen seiner früheren Schwüre zu England und des Mordes an Comyn nicht das unumschränkte Vertrauen seiner Landsleute. Allerdings steigerten die Siege in den folgenden Jahren seine Popularität. Bruce eignete sich eine raffinierte Taktik an, die trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit der Schotten die Engländer immer wieder in die Knie zwang. Einige Historiker vermuten übrigens, dass Bruce sich eventuell mit den vertriebenen Templern verbündet hatte (was nicht bewiesen ist). Endgültige Berühmtheit erlangte er spätestens mit dem legendären Sieg in der Schlacht bei Bannockburn (1314). Danach wurde Robert I. inoffiziell als König von Schottland anerkannt, denn die Engländer mussten sich die komplette Niederlage eingestehen. Erst 1328 wurde Robert I. aber offiziell auch durch England als König anerkannt. Ein Jahr später verstarb Robert The Bruce.

Der Körper des Bruce liegt in der Dunfermline Abbey begraben. Über den Verbleib seines Herzens wird spekuliert. Angeblich soll er einem seiner Gefolgsleute den Auftrag gegeben haben, nach seinem Tod sein Herz zum heiligen Kreuzzug mit zu nehmen und im heiligen Land zu vergraben. Doch soll dieser Gefolgsmann es angeblich in einer Schlacht in Spanien den überlegenen Mauren wütend entgegengeschleudert haben. Das Herz soll wieder gefunden worden sein und später in der Melrose Abbey begraben worden sein.