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Bekannte Personen aus Schottland: James Graham, 1st Marquess of Montrose

James Graham, 1st Marquess of Montrose (1612 - 21. Mai 1650) war ein Schottischer Edelmann. Bekannt wurde Graham vor allem als großer Stratege und Kämpfer, weniger bekannt war er zumindest zeitlebens als Dichter.

Leben und Wirken

James Graham war das jüngste von sechs Kindern des John Graham, 4. Earl Of Montrose. Wann und wo genau James geboren wurde, ist nicht eindeutig überliefert. Ziemlich sicher ist das Jahr 1612, wahrscheinlich wurde er im Oktober geboren. Nach dem Tod seines Vaters übernahm James seine Nachfolger als 5. Earl Of Montrose und als Clanoberhaupt der Grahams. James heiratete Magdalene Carnegie, das Ehepaar hatte vier Söhne.

Wie eingangs erwähnt, galt James Graham als brillanter Streiter und versierter Taktiker. Er wollte sein Können zunächst in den Dienst des englischen Königs stellen, wurde von diesem (Charles I.) jedoch zurückgewiesen. Graham ging zurück nach Schottland und schloss sich den Covenanters an und diente dort u. a. als General. Graham war sehr erfolgreich, kam dadurch jedoch etwas dem einflussreichen Marquess Of Argyll und dem Marquis Of Hamilton in die Quere. Graham vermutete, dass Argyll weniger an den allgemeinen Zielen der Covenanters als vielmehr am Ausbau seiner eigenen Macht lag und der Maquis Of Hamilton ihm dabei als Helfer zur Seite stand. Ganz falsch lag er damit wohl nicht. Immerhin wurde der Marquess Of Argyll sehr mächtig und nutzte diese Macht bald, um Graham inhaftieren zu lassen.

Nach einer sechsmonatigen Inhaftierung kam Graham frei. In der Folge wurde es zunächst ruhiger um Graham. Bei Ausbruch des englischen Bürgerkriegs schloss er sich dem englischen König an und stellte sich damit im Grund gegen die Covenanter

Graham gelangen für König Charles I. einige beachtliche Erfolge, bald hatte er praktisch ganz Schottland unter die Kontrolle gebracht. Allerdings konnte er Schottland nicht dauerhaft halten, da sein Heer auseinanderfiel. Beim Versuch, neue Soldaten zu rekrutieren, wurde Graham von den Covenanters geschlagen und musste 1646 Schottland verlassen. Graham zog es aufs europäische Festland, wo er aufgrund seiner guten Kontakte zu führenden Herrscherhäusern sogar die Erlaubnis erhielt, für die Sache von König Charles I. Soldaten zu werben. Nach der Hinrichtung von Charles I. bot Graham dessen Nachfolger Charles II. seine Dienste an und setzte mit einem kleinen Herr nach Schottland über.

Allerdings lief es nicht gut für Graham und seine Sache. In Schottland glaubte man nicht mehr an eine Lösung durch Kämpfe, auch Charles II. wollte die Sache mit den Covenantern mittlerweile auf diplomatischem Weg regeln. So konnte Graham sein Heer nicht ausreichend verstärken und er wurde bei der Battle Of Carbisdale in Ross-shire geschlagen.

James gelang die Flucht in die Highlands, er sucht Unterschlupf bei Neil MacLeod Of Assynt im Ardvreck Castle, wurde von diesem jedoch festgesetzt und als Gefangener nach Edinburgh gebracht. Neil MacLeod of Assynt bekam ein Kopfgeld für Graham, verlor dafür aber in weiten Teilen Schottlands enorm an Ansehen.

James Graham wurde zum Tod verurteilt. Sein Kopf wurde abgetrennt und außerhalb der St. Giles Cathedral am höchsten Punkt des Old Tolbooth von 1650 bis 1661 aufgespießt. Weitere Teile seines Körpers wurden zur Abschreckung in die Großstädte Schottlands gebracht.

Graham war zu dem Zeitpunkt sozusagen ein Geächteter, obwohl er selbst bei seiner Hinrichtung immer wieder beteuerte, dass er ein wahrer Covenanter geblieben sei. Auch wenn das durch sein Engagement für die englischen Könige kaum zu glauben ist, zeugt alleine das Umschwenken u. a. der Region Argyll (deren Marquess Of Argyll wie erwähnt der Erzrivale Grahams war) zu Charles II. davon, dass Graham wohl immer an die schottische Sache glaubte. Nach der Reformation wurde James Graham schließlich auf Betreiben von Charles II. in der Öffentlichkeit rehabilitiert. 1661 verbrachte man seine sterblichen Überreste zurück nach Edinburgh, wo sie mitsamt dem vormals ausgestellten Kopf in Holyrood bestattetet wurden.