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Schottische Clans: Clan Douglas

Clan Douglas bezeichnet einen Clan aus Schottland, dessen Ursprünge in den schottischen Lowlands liegen. In der schottischen Clan-Geschichte gibt es einige bemerkenswerte Punkte und viele scheinbar enorm wichtige Clans. Dabei gehört der Clan Douglas m. E. zu den bemerkenswertesten: es war ein Clan, der schon früh in zwei sich nicht gerade gut gesinnte Zweige zerfiel - die Black Douglas und die Red Douglas. Die Black Douglas waren lange Zeit enge Verbündete der schottischen Könige, fungierten sogar zeitweise als "Stellvertreterkönige". Sie fochten für Jeanne d'arc in Frankreich und kamen dort zu Ehren, ein anderer Zweig schaffte es in Schweden in den Hochadel und besitzt sogar ein Schloss in Deutschland. Nach einigen für die Clangeschichte normalen Verwerfungen und kurzzeitigem Aussterben der Linien kam es zur Verbindung mit dem Haus Hamilton und dadurch zu einer weiteren Besonderheit: man führt nun den Doppelnamen Douglas-Hamilton, wodurch es gem. schottischem Recht dem aktuellen Duke Hamilton untersagt ist, als Chief des Clan Douglas zu agieren. Von daher sind Betrachtungen bezüglich eines "Clan" relativ zu sehen, aber am Ende gibt es den Clan Douglas eben doch und in der Regel wird der Duke Hamilton auch als deren Oberhaupt betrachtet.

📖 Geschichte

Der Name der Familie leitet sich vom gleichnamigen Ort Douglas ab, nicht ganz klar ist die eigentliche Entstehung des Clan Douglas. In nicht belegbaren Quellen wird als erster Chief Sholto Douglas genannt, er lebte im 8. Jahrhundert. Auch der Name Theobaldus Flammatius scheint nicht eindeutig bezüglich der Douglas Geschichte belegt zu sein. Dieser Flammatius soll um 1147 Ländereien am Fluss Douglas erhalten haben und erster Chief gewesen sein. Allgemein wird heute William Douglas als erster Chief und Urahn des Clans gehandelt, er wurde offiziell erstmals 1179 erwähnt.

Es folgte zunächst eine enge Bindung zu den schottischen Königen, man kämpfte an der Seite von William Wallace und später für Robert The Bruce. James Douglas soll sogar einer der engsten Waffengefährten des Bruce gewesen sein, dafür wurde er in Schottland als The Good Sir James bekannt - in England dagegen als Black Douglas (was dem Zweig in der Folge auch den Beinamen einbrachte). Robert The Bruce beauftragte Sir James sogar damit, für den Fall seines Todes sein Herz ins Heilige Land zu verbringen. Douglas nahm später an einem Kreuzzug ins heilige Land teil, kam dort aber nach einem Scharmützel ums Leben. Die Waffengenossen konnten die Schatulle mit Robert The Bruces Herz retten und nach Schottland zurückbringen (wo es in der Melrose Abbey die letzte Ruhestätte fand). Auch Douglas' Überreste wurden nach Schottland zurückgebracht, sein Herz fand man in der Kirk Of St. Bride, die Knochen wurden bislang nicht aufgefunden.

Die Familie Douglas blieb ein wichtiger Eckpfeiler der schottischen Regenten, Sir Archibald Douglas etwa wurde als Wächter des Reichs bezeichnet. Archibald war zu seiner Zeit einer der mächtigsten Männer Schottlands, man sagte ihm sogar nach, dass er mehr zu sagen hatte als König Robert III. Im 14. Jahrhundert wurde der erste Douglas zum Earl ernannt (William Lord Of Douglas). Dessen Sohn setzte die Linie der "Black Douglas" fort, durch einen unehelichen Sohn kam es damals aber auch zur Entstehung der Linie "Red Douglas" (über George Douglas, den 1. Earl Of Angus).

Die "Black" Douglas blieben zunächst die offiziellen Vertreter des Douglas Clan, alles in allem waren sie aber auch zu einer durchaus gefährlichen Macht für die Regenten geworden. 1406 wurde der 4. Earl Of Douglas mit der Regierungsführung für den zu jungen James I. von Schottland beauftragt. Er kam zudem in Frankreich zu Ehren, als er das Land im Kampf gegen die Engländer unterstützte (u. a. als General in Joan Of Arcs Armee). Zum Dank wurde er dort zum Duke Of Touraine ernannt, fand aber auch in Frankreich bei der Schlacht um Verneuil neben seinem zweiten Sohn James und seinem Schwiegersohn, dem 2. Earl Of Buchan, im August 1424 den Tod.

Archibalds erster Sohn wurde der 5. Earl Of Douglas und war von 1437 bis 1439 Stellvertretender König für den jungen James II. Dafür gab es nicht nur Beifall, es führte sogar zum so genannten Black Dinner von 1440. Damals wurden der noch minderjährige 6. Earl Of Douglas und sein jüngerer Bruder zu einem Essen mit dem jugendlichen König James II. eingeladen. Organisiert wurde das Treffen vom Lordkanzler Sir William Crichton und Douglas' Großonkel James Douglas (dem designierten 7. Earl). Während des Dinners wurde der Kopf eines schwarzen Bullen (ein Zeichen für den Tod) hereingebracht und vor dem 6. Earl drapiert. Crichton und James Douglas ließen die beiden jungen Douglas Kinder gegen den den Protest des jungen Königs James II. nach draußen bringen und köpften sie kurzerhand. Am Ende kamen Crichton und James Douglas gut davon, sehr gut sogar. Crichton wurde zum Lord, James wurde zu James The Gross, Earl Of Avondale und 7. Earl Of Douglas. Seine Intrigen sollten sich am Ende aber nicht auszahlen. Er war zwar mit einer Cousine von König James/Jakob I. verheiratet, aber dessen Nachfolger James II. hatte von der Macht der Douglases genug. Er begann gegen sie vorzugehen, ließ ihre Besitztümer konfiszieren und sorgte so für Bürgerkriegsähnliche Zustände in Schottland. Um die Sache zu befrieden, lud James II. den 8. Earl Of Douglas zu einem Treffen in Stirling Castle ein. Offiziell sollte es ein informatives Gespräch sein und dem Earl Of Douglas wurde freies Geleit vesprochen. Während der Besprechung beschuligte James II. den Earl Of Douglas der Verschwörung, verlangte Unterwerfung was ihm Douglas wohl verweigerte. James II. zog kurzerhand den Dolch und ermordete Douglas. Danach soll er vom Chef der Königswache noch mit der Streitaxt übel zugerichtet worden sein und durchs Fenster in den darunter liegenden Garten geworfen worden sein. Hier soll der Earl auch begraben worden sein, der Garten trägt heute noch den Namen Douglas Gardens.

Das befriedete die Sache natürlich nicht, der 9. Earl Of Douglas (James The black Douglas) kämpfte bei der Battle Of Arkinholm gegen die von George Douglas (4. Earl Of Angus und ein Red Douglas) geführten königlichen Truppen. Die Schlacht im Jahr 1455 mit der Niederlage des Black Douglas bedeutete das Ende der Black Douglas Dynastie. Über einen Act Of Parliament wurde den Earl Of Angus die Lordship nebst den Besitztümern der Douglas Familie übertragen.

Die Red Douglas

Archibald Douglas, der 6. Earl Of Angus, wurde Lordkanzler und "Beschützer" von James V, indem er dessen verwitwete Mutter Margaret Tudor ehelichte. Allerdings kam es wohl bald zu erheblichen Spannungen zwischen Archibald und Margaret, am Ende setzte Archibald den jungen Thronfolger fest und übernahm die Regierungsgeschäfte. Also hatte sich im Vergleich zu den Black Douglas soviel nicht geändert. Auch die Red Douglas strebten nach einer Vormacht, ein wichtiger Namen aus jener Zeit war James Douglas, der 4. Earl Of Morton. Der Neffe Archibalds war ein erbitterter Gegner von Mary Queen Of Scots. Er gehörte zum Kreis der Mörder von David Rizzio und zu den Verschwörern bezüglich der Tötung von Lord Darnley. Das wurde ihm am Ende zum Verhängnis, er wurde 1581 wegen der Ermordung Darnley hingerichtet.

Im Zuge der Wars Of The Three Kingdoms war William Douglas, 11. Earl Of Angus, Unterstützer von König Charles I. Dafür wurde er 1633 zum Marquess Of Douglas ernannt. 1660 wurde William Douglas, Bruder des 2. Marquess Of Douglas, durch Einheiratung zum Duke Of Hamilton. Damit begann im Grund eine Doppellinie Douglas-Hamilton.

1703 wurde aus den Marquesses von Douglas Dukes, Archibald Douglas wurde zum 1. Duke Of Douglas. Das währte aber nicht lang, Archibald heiratete spät und hatte keine Erben, wodurch der Titel sozusagen erlosch. Es machte auch den Weg frei für andere Douglas Zweige, welche schon lange an Stärke zulegten konnten. Das waren in dem Fall vor allem die Douglas Of Drumlanrig, welche von den Black Douglas abstammten und 1633 Earls Of Queensberry, 1682 zu Marquises und 1684 zu Dukes ernannt wurden.

Im Zuge der Jakobitenaufstände setzten die Douglases ihre Unterstützung für die britische Regierung fort. Der 1. Duke Of Douglas führte eine Einheit in die Battle Of Sheriffmuir. Als "Dank" wurde Douglas Castle während des zweiten Jakobitenaufstands durch die Highlander unter Bonnie Prince Charlie niedergebrannt. 1755 wurde das Castle erneut niedergebrannt, danach wurde nach dem Entwurf von Robert Adam eine Renovierung geplant. Die Arbeiten endeten jedoch mit dem Ableben des Duke im Jahr 1761, damit war auch das Dukedom Geschichte. Das Marquisate von Douglas und das Earldom Of Angus gingen an James Hamilton, den 7. Duke Of Hamilton.

1895 ging das Dukedom Hamilton an Alfred Douglas Hamilton, den 13. Duke Of Hamilton. Seither blieb es bei der Nutzung es Doppelnamens Douglas-Hamilton. Dadurch wiederum darf es gem. schottischer Rechtsprechung keinen von einem Clanchief geführten Clan namens Douglas geben.

Ein schwedischer Zweig der Douglas-Familie bezieht sich auf Robert Douglas. Der wurde in Schottland geboren, schloss sich 1627 schwedischen Truppen an und kam hier zu Ehren. 1651 erhielt er ob seiner Dienste den Titel Baron, 1654 wurde er zum Count und bekam damit den höchsten Adelstitel für nicht dem Königshaus angehörige Personen. Seither gehört die schwedische Douglas Familie zur gehobenen Adelsschicht im Land. Der Zweig besitzt auch in Deutschland ein Schloss (Langenstein im Hegau).

Chief

Im Grund wird der Duke Of Hamilton und Duke Of Brandon sozusagen als Chief der Douglas Familie bezeichnet, gleichwohl darf er den Titel offiziell gem. gesetzlicher Beschränkungen nicht führen (wie oben erwähnt wegen des Führen eines Doppelnamens). Allerdings ist er dafür der Chief des Clan Hamilton - diesen Titel darf er scheinbar führen.

🏰 Castles mit Bezug zur Douglas-Familie

Zu den Zweigen der Douglas Familie gehör(t)en z. B. folgende Anlagen: Aberdour Castle, Balvenie Castle, Berwick Castle, Bonkyll Castle, Bothwell Castle, Bowhill House, Cranshaws Castle, Dalkeith Castle, Douglas Castle (lange Zeit Hauptsitz, heute nur noch wenig erhalten), Drumlanrig Castle, Grangemuir House, Hawthornden Castle, Hermitage Castle, Hume Castle, Kilspindie Castle, Langenstein Castle (in Deutschland, Sitz eines Schwedisch-Deutschen Zweigs), Lennoxlove House, Loch Leven Castle, Lochindorb Castle, Morton Castle, Newark Castle, Neidpath Castle, Ormond Castle, Roxburgh Castle, Rydboholm Castle (Sitz des schwedischen Zweigs), Sandilands Castle, Stjänorp Castle (Schween), Strathaven Castle, Strathendry Castle, Tantallon Castle (einst Hauptsitz der Red Douglas-Familie), Threave Castle, Timpendean Tower, Whittingehame Tower.