Wir verwenden keine Cookies. Da wir aber mit Werbepartnern (z. B. Google) zusammenarbeiten, beachten Sie bitte vor Nutzung der Webseite folgende Details
Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Schottische Clans: Clan Keith

Der Clan Keith ist ein schottischer Clan, der in früheren Zeiten von der Region Lothian über die Western Highlands bis hoch in den Norden recht bedeutend war. Bekannte Stammhäuser des Clan waren u. a. Dunnottar Castle bei Stonehaven oder auch Ackergill Tower bei Wick.

📖 Geschichte

Einer der frühen Vorfahren soll Mitglied des Chatti Stammes gewesen sein und als Krieger für Malcolm II. zu Ehren gekommen sein - er hat bei der Battle of Barrie den Dänischen General Camus getötet und erhielt dafür den Namen Camus Slayer (Marbhachair Chamuis). Malcolm II. ehrte den Krieger, indem er drei Finger in das Blut des Getöten tauchte und damit ein Zeichen auf das Schild des Camus Slayer machte. Diese drei Linien sind seither Zeichen der Clan Insignien.

Der Camus Slayer erhielt nach der Battle Of Carham Ländereien in Lothian, welche als Keith bekannt waren und dem Clan den Namen gaben. Eine Erbin des Marbhachair erhielt unter David I. um 1150 die Landrechte noch einmal offiziell, ihr Sohn wurde 1176 zum Marischal Of The King Of Scots und gehörte damit zu den wichtigsten Personen im Land. Der Titel des Marschall verbleibt in Schottland per Erbfolge in der jeweiligen Familie, was die Keiths zu engen Verbündeten der schottischen Könige machten.

Robert De Keith z. B. galt als enger Freund des Robert The Bruce. Bruce übergab De Keith den königlichen Halforest in Aberdeenshire, er verlieh der Familie per Charter die Marischal Würde (unter der Voraussetzung, dass sie die Insignien des Marbhachair tragen). Robert De Keith führte die schottische Kavallerie für Bruce in die Schlacht von Bannockburn, sein Neffe William Keith of Galston hat, so wurde überliefert, das Herz des toten Bruce in die Melrose Abbey zurückgebracht.

Sir Robert III Keith war später verantwortlich für die Eskorte des jungen David II auf seiner Flucht nach Frankreich.

Die Keiths hatten auch ein gutes Händchen für gewinnbringende Verbindungen. Sir William Keith heiratete in die Familie des Sir Alexander Fraser ein und erhielt so Ländereien in Buchan, Kincardine und Lothian. Williams Bruder John Keith ehelichte eine Erbin der Familie Cheyne und brachte Ländereien in Inverugie mitsamt Inverugie Castle (danach zunächst Sitz der Clanchiefs) ein. Drei Kinder von Sir William heirateten in die Familie von Robert II. von Schottland ein, eine Tochter ehelichte mit Sir Adam Gordon einen Erben der Earls Of Huntly.

Mittlerweile war ein Zweig der Keiths in Caithness groß geworden und hatte dort den Ackergill Tower in Besitz. Dort oben entspann sich eine Fehde mit dem Clan Gunn, nachdem die Keiths dem Clan Mackay bei der Battle Of Tannach um 1464 zur Seite stand. Im Zuge der Battle Of Champions um 1478 sollen die Keiths alle angreifenden Gunns mitsamt Clan-Chief getötet haben - dafür wurde kurz später Keith Of Ackergill getötet. Diese Fehde wurde erst im Jahr 1978 offiziell beigelegt.

Im 16. Jahrhundert sorgte William Keith (3. Earl Marischal) zusammen mit dem Earl Of Glencairn für die Rückkehr des Reformers John Knox. Sein Nachfolger, der 4. Earl Marischal, gründete das Marischal College Aberdeen. Dessen Nachfolger George Keith, der 5. Earl Marischal, soll durch seine Kontakte mit Dänemark für die Verheiratung von James VI. von Schottland mit Anne Of Denmark gesorgt haben.

Schlechter lief des nach der Krönung von Charles II. William Keith, der mittlerweile 7. Earl Marischal, wurde gefangen und im Tower von London eingesperrt. Dort musste er bis zum Ausbruch der Restoration bleiben, immerhin wurde er nach seiner Freilassung aus Ausgleich für seine Inhaftierung zum Privy Councillor bzw. später zum Lord Privy Seal ernannt. Die Familie selbst blieb der schottlischen Königsfamilie treu, auf den Ländereien der Keiths wurden die schottischen Kronjuwelen versteckt. Dafür wurde John Keith, Bruder des eingesperrten Marischal, zum Knight Marischal und Earl Of Kintore ernannt.

George Keith, der 8. Earl Marischal, wurde unter James Francis Edward Stuart (aka Old Pretender) zum Knight of the Most Ancient and Most Noble Order Of The Thistle ernannt. Während des Jakobitenaufstandes von 1715 standen die Keiths an der Seite der Jakobiten. Durch ihren Einsatz für die Jakobiten verwirkten George Keith, 10. Earl Marischal, ebenso wie sein Bruder James Francis Edward Keith alle Eigentumsrechte.

Um 1801 wurde der Keith Of Ravelston and Dunnotter als offizieller Nachfolger der Keith Marischals anerkannt, dessen Neffe wurde 1822 zum Knight Marischal. Danach lief es wechselhaft. Der 9. Earl of Kintore and 9. Lord Keith Inverurie And Keith Hall galt als sehr extravagant und soll einen Großteil des Erbes verspielt haben. Ungeachtet dessen hielt sich der Clan, der später repräsentiert wurde dem prächtigen Titel 12. Earl Of Kintore, 12. Lord Keith Of Inverurie and Keith Hall, 2. Viscount Stonehaven, 2. Baron Stonehaven und 3. Baronet.

Die Titelverhältnisse veränderten sich sogar noch weiter, der 14. Earl nannte sich Sir James William Falconer Keith of Urie, 14th Earl of Kintore, 14th Lord Keith of Inverurie and Keith Hall, 4th Viscount Stonehaven, 4th Baron Stonehaven, 5th Baronet, 6th of Ury.

1978 kam es zum vielbeachteten Frieden von Chapel Of St Tayrs zwischen dem Clan Keith und dem Clan Gunn, womit die seit 1478 bestehende Fehde offiziell für beendet erklärt wurde.

Wichtige Häuser des Clan sind/waren das Keith Marischal House bei Pencaitland in East Lothian, Dunnottar Castle bei Stonehaven, Keith Hall in Aberdeenshire (letzter Sitz des Clan-Chief), Fetteresso Castle und Ackergill Tower bei Wick.