Wir verwenden keine Cookies. Da wir aber mit Werbepartnern (z. B. Google) zusammenarbeiten, beachten Sie bitte vor Nutzung der Webseite folgende Details
Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Geschichtliche Infos zu Schottland:

Die Historie Schottlands in wenigen Worten zu beschreiben ist unmöglich, sie auch in vielen Worten einigermaßen verständlich zu beschreiben ist genauso unmöglich. Zu viele kleine Scharmützel und Personen, die zudem auch noch mit unterschiedlichsten Namen, Doppelnamen und Titeln bzw. unterschiedlichen Titeln beschrieben werden. Oft unklare Daten und Tatbestände. Alles schwierig, dennoch versuche es nachfolgend. So kompakt wie möglich und doch so ausführlich es in aller Kürze geht. Einigen werden bestimmte Punkte fehlen, anderen werden es zu viel sein. Vielen wird mein schlechter Schreibstil aufstoßen, Historiker werden sich ohnehin mit Grausen abwenden.

Schottland in der Frühzeit

Wann genau Land in der Region entstanden ist, ist unklar. Zumindest gibt es unterschiedliche Ansichten. Manche Quellen nennen 10.000 v. Chr., möglicherweise landeten die ersten prähistorischen Jäger um 8.000 v. Chr. oder erst um 6.000 v. Chr. in der Region des heutigen Schottlands. Relativ gut belegt ist die Phase des Neolithikum. Zumindest fand man bei Ausgrabungen Werkzeuge aus der Zeit um 3.000 v. Chr. Zu der Zeit soll es neben herumziehenden Jägern auch erste Bauern mit festen Wohnsitzen gegeben haben. Besonders gut belegt ist diese Phase z. B. mit dem Heart Of Neolithic Orkney auf den Orkneys.

Um 1.800 v. Chr. brachten die Beaker People Bronze nach Schottland, um 1.000 v. Chr. waren Schwert und Schild in Schottland bekannt, um 400 v. Chr. machten die Kelten das Eisen in Schottland bekannt.

Schottland und die Römer

Um 80 n. Chr. sollen die ersten Römer unter Agricola nach Schottland gezogen sein. 84 n. Chr. (manche Quellen nennen 96 n. Chr.) feiern die Römer bei Mons Graupius einen Sieg über die Kaledonier, jedoch ziehen sie sich bald wieder zurück. Um 122 n. Chr. beginnt Hadrian mit dem Bau einer Mauer (dem Hadrian's Wall) zu Verteidigunszwecken des südlichen Reichs gegen die "Barbaren" aus Kaledonien. Von 140 bis 142 n. Chr. folgt der unter Antonius Pius gebaute Antonine Wall. Scheinbar war es so, dass die Römer ihre Lust auf das Land im Norden mit den aggressiven Kämpfern bald verloren. Angeblich zogen sie sich endgültig ab ca. 167 n. Chr. hinter Trimontium/Antonine's Wall zurück. Um 196 n. Chr. galt der Antonine Wall als aufgegeben. Die speziellen Bewohner des heutigen Schottlands beschrieben die Römer später wegen ihrer verrückten Gesichtsbemalungen als Picti (bemalte Menschen).

3. bis 8. Jahrhundert - aus vielen kleinen Königreichen wird das piktische Königreich Fortriu

Pikte
So oder so ähnlich sahen die bemalten Pikten wohl aus

Eine schriftliche Erwähnung erfuhren die Pikten im 3. Jahrhundert z. B. durch Constantin I. Um 397 etablierte St Ninian eine christliche Mission in Whithorn, er gilt damit als der christliche Religionsgründer des Landes. Um 470 gründeten die Votadini das Königreich Gododdin nördlich des Tweed (möglicherweise schon mit dem Vorläufer des heutigen Edinburgh).

547 gründen Angelsachsen um Bamburgh das Königreich Bernicia. 563 begründet St Columba eine Mission in Iona. Ab ca. 574 regiert Áedán mac Gabráin über das gälische Königreich Dál Riata, welches den Großteil des heutigen Argyll umfasste und Teile von Antrim/Nordirland. Der Westen des heutigen Schottland bleibt dabei aber offiziell unabhängig von Dal Riata (Versammlung in Drum Ceatt bei Derry).

Um 580 regiert Rhydderch Hael (auch Riderch I) eine Region Schottlands, welche heute als Strathclyde bekannt ist. Æthelfrith vereinigt als König von Bernicia (welches im Südosten Schottland und Nordosten England lag) um 604 Bernicia und Deira (Nordengland mit Yorkshire) zum Königreich Northumbria. Das Königreich Northumbria erobert 638 Edinburgh von den Gododdin. Die Northumbrier versuchen unter Ecgfrith Of Northumbria weitere Teile Schottlands zu erobern, sie werden jedoch um 685 durch den Piktenkönig Bruide mac Bili bei der Battle Of Dun Nechtain gestoppt.

Der folgende Piktenkönig Nechtan mac Der-Ilei vertrieb um 717 den auf Iona ansässigen Klerus mit dem Ziel, den Einfluss der römisch-katholischen Kirche zu stärken. Nach dem Tod Nechtan mac Der-Ileis wird 732 Óengus mac Fergusa Piktenkönig. Der formiert 735 einen Aufstand gegen das Königreich Dal Riata und nimmt Dunadd ein. Das als Fortriu bezeichnete piktische Königreich kämpft 736 bei der Battle Of Cnoc Coirpi und 741 bei der Battle Of Druimm Cathmail gegen Dal Riata und kann bei letzterer Schlacht das Königreich Dal Riata unterwerfen.

747 wird St Andrews gegründet. 750 erleiden die Pikten eine Niederlage gegen die Briten bei der Battle Of Catohic. Óengus mac Fergusa tut sich daraufhin mit den Northumbriern zusammen und schlägt die englischen Truppen im Jahr 756. Óengus mac Fergusa stirbt 761

Schottland ab dem 9. Jahrhundert, Gründung Schottlands ab 843

794 wird in den Annalen von Ulster berichtet, dass die Wikinger die britischen Inseln übernommen haben. Während man in manchen Überlieferungen davon lesen kann, dass die Wikinger zum Siedeln und Handeln auf die britischen Inseln kamen, sah die Wirklichkeit natürlich etwas anders aus. Die Wikinger waren Eroberer und waren nicht gerade zimperlich. 820 stirbt Piktenkönig Caustantin mac Fergusa. Ab 829 bringt Abt Diarmait von Iona die Gebeine des St Columba zuerst nach Alba, später nach Irland.

839 fallen Piktenkönig Eóganan mac Óengusa und dessen Bruder Bran in einer Schlacht mit den Wikingern, womit das Ende des Piktenreichs Fortriu eingeläutet wird. Unter dem nächsten Piktenkönig Kenneth mac Alpin erfolgt die Union von Pikten und Skoten (Picts And Scots). Häufig wird diese Phase auch als Geburt Schottlands bezeichnet. Die Frage "wann ist Schottland entstanden", wird dabei von einigen Quellen konkret auf das Jahr 843 datiert. So sei es. Auf Kenneth mac Alpin folgt als Herrscher sein Sohn Áed, ab 878 Giric, nach dessen Tod Domnall mac Causantin (Enkel des Kenneth mac Alpin), dem wiederum 900 Causantin mac Aeda folgt.

In der Battle Of Brunanburh im Jahr 937 kämpft eine englische Truppe unter Æthelstan gegen eine Unionsarmee unter Olaf III Guthfrithson (Norwegisch-Gälischer König von Dublin), Constantine II (König der Scots/Skoten) und Owen I (König von Strathclye). Die Engländer gewannen die Schlacht. Constantin/Causantín mac Áeda dankt 943 ab um sich den Culdeern von St Andrews anzuschließen, er stirbt 952. Indulf, Sohn von Constantine II, kann um 954 Edinburgh von den Northumbriern zurückerobern. Indulf wird dabei übrigens in der Regel als König von Alba bezeichnet (die gälische Bezeichnung Schottlands).

Schottland im 11. und 12. Jahrhundert

Das 11. Jahrhundert beginnt sozusagen mit der Herrschaft eines, dank Shakespeare's Drama, der wohl bekanntesten schottische Könige: Macbeth (Mac Bethad). Er blieb bis zu seinem Tod 1057 King Of Scots, nach ihm übernahm Lulach mac Gille Coemgáin bzw. kurz Lulach (im Volksmund auch der Unglückliche oder gar der Dumme gennant). Lulach hatte tatsächlich wenig Glück, schon 1058 übernahm Máel Coluim III die Krone.

William The Lion
Der "Löwe"

Wichtige Veränderungen im System Schottlands gab es im 12. Jahrhundert unter König David I. Er wurde 1124 zum König ernannt und führte das Feudalsystem in Schottland ein (welches im Grund bis heute die Besitztümer bestimmt). Er gründete die Holyrood Abbey in Edinburgh und regierte immerhin bis zu seinem Tod 1153. Nach Davids Ableben wurde dessen Enkel Malcolm IV zum König ernannt. In dieser Zeit gelang es einem gewissen Somerled, sich in den Annalen Schottlands zu verewigen. Somerled nahm zunächst Glasgow ein und vertrieb den norwegischen König von Man(n) und den Isles. Somerled wurde zum König der Hebriden, wurde aber bei der Battle Of Renfrew von Malcolm IV geschlagen. Malcolm IV selbst starb 1165 im Alter von 24 Jahren. Für Malcolm IV übernahm dessen Bruder William I. William, auch William The Lion genannt, war ganz anders als Malcolm IV: er war rothaarig und von wildem Wesen sowie starker Statur. William konnte, im Gegensatz zu Malcolm und Großvater David I, den Anglo-Normannen wenig abgewinnen. Im Gegenteil: er war besessen von der Idee, Northumbria wieder für Schottland zurückzugewinnen. Beim Kampf gegen Henry II von England übernahm sich William der Löwe jedoch. Henry II zwang ihn in die Knie und nötigte William den Treueschwur über die Treaty Of Falaise ab.

Unruhige Zeiten für Schottland bis ins 14. Jahrhundert

Wallace Monument
Heldenwürdig: Wallace Monument

1234 endet mit den Tod des Lord Of Galloway die Unabhängigkeit Galloway, im Süden wird zudem 1237 über den Treaty Of York eine Grenze festgelegt. 1263 besiegen die Schotten die Norweger bei der Battle Of Largs, 1267 übergeben die Norweger die Hebriden und die Isle Of Man über den Treaty Of Perth an Schottland. Eigentlich eine gute Zeit für die Schotten, hätte nicht plötzlich der englische Thron in Person Edward I ein Auge auf das Land geworfen. Edward I von England machte 1292 eigenmächtig John Balliol zum König von Schottland, was konsequenterweise in Schottland zu Gegenbewegungen führte und 1297 in der für Schottland siegreichen Schlacht von Stirling Bridge (William Wallace, Andrew De Moravia) mündete.

Ein kurzer Triumph für Schottland, denn die Engländer setzten William Wallace später fest und exekutierten ihn 1305 in London. Dafür wiederum gab es eine Antwort der Schotten, der legendäre Robert The Bruce schlägt die englischen Truppen 1314 bei Bannockburn. Die Adligen und Edlen des Landes formulieren in der Declaration Of Abroath eine Art Unabhängigkeiserklärung (die möglicherweise später Vorbild für die Gründung der USA war). Rechtlich hatte diese Deklaration keine Bindung und England macht über den Treaty Of Northhampton klar, dass es ein unabhängiges Schottland nicht will.

1329 stirbt Robert The Bruce, für ihn besteigt sein gerade mal 5 Jahre alter Sohn David II den Thron, was ganz gut funktionerte: David II war bis zu seinem Tod im Jahr 1371 Regent Schottlands. Auf ihn folgt mit Robert II der erste König der Reihe der Stuarts/Stewarts.

1402 feiern die Engländer zwei Siege gegen die Schotten: bei der Battle Of Nesbit Moor und der Battle Of Humbleton Hill. Sonst läuft es aber nicht schlecht für Schottland. 1468 übergeben die Dänen Orkney und Shetland von Norwegen an Schottland. Im Land werden erste große Universitäten gegründet: 1413 St Andrews, 1451 die University Of Glasgow und 1495 Aberdeen (King's College). Mutmaßlich war das auch notwendig, nachdem mit dem Education Act of 1496 Bildung für Barone und reiche Landbesitzer verpflichtend wurde.

Das 16. Jahrhundert - Mary Queen Of Scots

Maria Stuart, Schottland
Die junge Maria Stuart

Das 16. Jahrhundert begann mit der Niederlage von James IV im Jahr 1513 bei Flodden, wo er und tausende schottische Kämpfer ums Leben kamen. Der ihm nachfolgende James V starb 1542, auf ihn folgte sein einziges verbliebenes Kind, Mary Queen Of Scots (Maria Stuart). Da sie zu dem Zeitpunkt gerade mal sechs Tage alt war, schickte man sie aus Sicherheitsgründen (und möglicherweise zum Zweck einer guten Erziehung) nach Frankreich, die Staatsgeschäfte wurden durch Regenten erledigt.

1561 kehrt Mary Queen Of Scots zurück, übernahm die Regentschaft selbst, heiratete und gebar 1566 ihren Sohn James. Ein Jahr später kam ihr Mann ums Leben, für dessen Tod man Mary bzw. ihren mutmaßlichen Liebhaber verantwortlich machte. Es kam zu Aufständen gegen die "treulose" Monarchin, welche daraufhin im Loch Leven Castle festgesetzt wurde. Mary wurde 1567 zur Abdankung zu Gunsten ihres ein Jahr alten Sohns James gezwungen. Sie versuchte erfolglos ihre Regentschaft wieder zu erlangen und floh schließlich zu ihrer Cousine, Queen Elizabeth I von England. Das Problem: Mary selbst sah sich eigentlich als die legitime Königin Englands, so sahen es auch die meisten Katholiken und Stuart-Anhänger. Elizabeth war klar, dass sie eine potentielle Gegnerin zu Gast hatte. So war die Gastfreundschaft auch nicht sehr herzlich, letztlich lebte Mary an verschiedenen Orten in einer Form der Gefangenschaft. Nach knapp 18 Jahren klagte Elizabeth ihre Cousine Mary schließlich des Hochverrates an und ließ Mary 1587 im Fotheringay Castle köpfen.

Mit der Person Maria Stuart verband sich auch ein weiteres Problem, welche die Beziehungen zu England aber auch ihre Stellung in Schottland bestimmte. Mary war Katholikin in einem Land, welches nach der Rückkehr von John Knox im Jahr 1559 die staatliche Kirche reformierte und zu einer Calvinistischen Kirche machte. Auch in England hatten die Katholiken nach der Loslösung Heinrichs VIII von Rom keinen guten Stand. Damit waren Katholiken zumindest keine anerkannten Freunde des Staates, die Katholiken wiederum schlugen sich daher immer wieder auf die Seite Romfreundlicher Regenten. Das führte zwangsweise immer wieder zu Spannungen.

Nach dem Tod der Queen of Scots übernimmt ihr Sohn James

Die Geschichte der Stuarts war mit dem Tod Marys nicht zu Ende. 1579 übernahm Maria Stuarts Sohn James die Geschäfte vom damals eingesetzten Regenten Douglas. James Charles Stuart war nicht nur der Sohn von Mary Queen Of Scots, er war auch ein Nachfahre von Henry VII von England und Lord Of Ireland. Daher hatte er Anspruch auf alle drei Regentschaften, was er zunächst als James VI König von England und Irland und schließlich als James I König von England und Schottland wahrnahm. Er regierte in Personalunion zwei souveräne Staaten - er war Regent, die Staaten an sich hatten dafür aber eigene Parlamente, Gesetzgebungen, Gerichte usw. 1589 heiratete er Anne Of Denmark. 1592 erließ er den Golden Act, welcher den Presbyterianismus als treibende Kraft der Schottischen Kirche anerkennt. Die Union Of The Crowns als James I Of England and Scotland erfolgte um 1603.

England im Zeitalter des Interregnum

James I/VI regierte bis zu seinem Tod im Jahr 1625, danach übernahm sein Sohn Charles als Charles I die Regentschaft als König über England, Irland und Schottland. Charles war wohl etwas von sich und seinem Amt eingenommen. Er sah seine Funktion als König im Grund als eine gottgegebenes Recht und agierte mit dem entsprechenden Selbstverständnis. Mit seiner Art der Amtsführung und seinem Bekenntnis zum römisch-katholischen Glauben kam er nicht gut an. Damit zog er sich u. a. den Groll der Covenanter (Presbyteranier) in Schottland zu, welche 1638 gegen ihn rebellierten. Charles sah seine Macht in Gefahr und intervenierte in Schottland, es kam u. a. zu den beiden Bishop's Wars und Charles führte schottische und englische Truppen schlussendlich in den englischen Bürgerkrieg. 1645 musste sich Charles aber geschlagen geben, er ergab sich schottischen Einheiten in der Hoffnung dort als Stuart besser behandelt zu werden. Eine Fehleinschätzung, die Schotten übergaben ihn den Engländern. Charles wurde festgesetzt, ihm gelang zwischenzeitlich die Flucht und wieder versuchte er sich mit den Schotten zu verbünden. Zu der Zeit hatte er in Oliver Cromwell und seiner New Model Army eine zu starke Gegnerschaft. 1649 wurde er wegen Hochverrats hingerichtet. Die Monarchie wurde unter Cromwell schließlich sogar abgeschafft.

Nach seiner Amtsenthebung musste Charles II als Sohn von Charles I bis zum Ende der Cromwell Ära 1660 warten, als man die Monarchie wieder einsetzte und er König von England Irland und Schottland wurde. In Schottland kam es dagegen zum Aufruhr, genauer zum Krieg der drei Königreiche. In deren Folge wurden u. a. der 8. Earl Of Argyll, James Guthrie und William Govan wegen Aufstands gegen die Krone hingerichtet. Im Schottischen Parliament wurde im Jahr 1662 mit dem Act Of Indemnity And Oblivion eine Art Generalamnestie für alle Vergehen erlassen, welche Schotten zwischen dem 01. Janauar 1637 und dem 01. September 1660 in der Zeit der so genannten Late Troubles begingen. Den bereits Hingerichteten half es nicht mehr viel.

1662 wurde im Rahmen einer Parlamantssitzung die Church Of Scotland wieder als nationale Kirche eingesetzt, alle Amtsträger wurde jedoch verpflichtet, sich vom Covenant loszusagen. Der Covenant blieb unabhängig davon am Leben und immer wieder formierten sich die Covenanter, 1679 z. B. bei der Battle Of Bothwell Brig.

Nach dem Interregnum - dunkle Wolken aus "Oranien"

Auf Charles II folgte dessen Bruder James II von England bzw. James VII von Schottland. Das mit den Namen und Titeln ist schon sehr verwirrend, daher nochmal kurz zur Erläuterung: James war gleichzeitig James II von England als auch James VII von Schottland. Außerdem war die lateinische Bezeichnung für James Jacob bzw. Jakob. Aus dem Grund wurden die Anhänger James' auch als Jakobiten bezeichnet. Soviel dazu.

James wuchs im Exil in Frankreich auf und wurde dort katholisch erzogen. Das wiederum war bei seiner Inthornisierung natürlich ein Thema, denn katholische Regenten waren nicht gerade gerne gesehen. James wurde 1685 zum König gekürt, jedoch wuchsen die Widerstände gegen seine pro-katholische und absolutistische Regierung schnell. Dabei kam es auf breiten Ebenen zum Widerstand, seine meist protestantischn Offiziere verweigerten sich ebenso wie seine beiden Töchter Anne und Maria (was für eine Enttäuschung mit den Kindern...). Umso problematischer, da ein gewisser Wilhelm von Oranien (Statthalter der Niederlande) eine Invasion plante. Wilhelm eroberte das Land und zudem das Herz von Jakobs Tochter Maria. Jakob floh nach Frankreich, was wiederum als eine Form der Abdankung bewertet wurde. Für ihn übernahm seine Tochter Maria als Maria II zusammen mit den Oranier Wilhelm III von Oranien-Nassau. Wilhelm/William III wurde nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1694 alleiniger Herrscher über England, Schottland und Irland (was wohl nur möglich war, weil er zugleich versicherte, dass nach seinem Tod automatisch seine Schwägerin Anne auf den Thron nachrücken würde). Während man in England einverstanden war mit der Lösung, gab es in Schottland Bedenken. Die wurden zerstreut und das Parlament stimmte der Wahl von Wilhelm/William III zu. Allerdings konnte man die Highlander nicht auf "Linie" bringen. Sie betracheten James /Jakob, da aus dem Hause Stuart, als legitimen König und fochten als Jakobiten für ihn.

1689 kam es zu einem Aufstand der Jakobiten, angeführt durch John Graham Of Claverhouse. Es kam zu zwei Schlachten, der Battle Of Killiecrankie (bei der Claverhouse ums Leben kam) und der Battle Of Dunkeld. Die Jakobiten hatten keine Chance gegen Williams Truppen und verloren beide Schlachten. In der Folge kam es auch zum blutigen Massaker von Glencoe, über dessen Entstehung und Verantwortlichkeit immer noch diskutiert wird. Was für den einen eine Abrechnung verfeindeter Clans war, war für andere ein kühl geplanter Massenmord mit Zustimmung William III.

Etwas mehr zum Massacre of Glencoe

Wie gesagt, ist die Entstehung und Verantwortlichkeit des Massakers insgesamt umstritten. Wahrscheinlich geht das ganze auf ein Angebot Williams zurück, die aufständischen Highlander zu einem Treueeid zu bringen und ihnen eine Amnestie zu gewähren. William bot die Amnestie für alle die an, welche bis zu einem Stichtag den Treueeid per Unterschrift leisteten.

Das alles dauerte. Die meisten Clanchefs fragten zuerst mal den im Exil lebenden Jakob II um Erlaubnis. Der zögerte zunächst, gab letztlich die Zustimmung. Der Großteil der Clanchefs leistete noch vor dem Stichtag den Eid. Bei wenigen - man spricht von zweien - kam es zu Verzögerungen. Einer davon war der Chief Of Glencoe, MacDonald. Der wartete wohl bewusst bis zum letztmöglichen Tag, fuhr dann nach Fort William und wollte dort beim Kommandanten seinen Eid ablegen. Der wies ihn wegen fehlender Zuständigkeit an den Sheriff von Inveraray ab. Gleichzeitig gab der Kommandeur dem Clanchef eine Art Schutzbrief mit. Darin bestätigte er die fristgerechte Meldung bezüglich der Unterschrift und gewährte dem Clanchef Schutz. MacDonald machte sich auf nach Inveraray, brauchte damals aber wegen der winterlichen Verhältnis drei Tage. In Inveraray angekommen musste er drei Tage auf den Sheriff warten. MacDonald legte den gewünschten Eid ab und im Grund war damit alles in Ordnung. Das Parlament indes sah die Verspätung als willkommenen Anlass, ein Exempel zu statuieren (möglicherweise ging es hier auch nur um eine persönliche Fehde zwischen MacDonald und einem anderen Clanchef). Tatsächlich plante man stabsmäßig die Auslöschung allen Lebens in Glencoe, so hart muss man das sagen. Mutmaßlich geschah dies mit Wissen von William III, zu beweisen war es aber nicht. Später gab es eine Untersuchung, die zum Schluss kam, dass im Grund niemand Schuld war an dem Massenmord.

Die Aufstände gegen Wilhelm rissen, nicht nur deswegen, nicht ab. Vor allem im katholisch geprägten Irland wollte man ihn nicht als Regenten. Das wiederum sah der immer noch im französischen Exil lebende Jakob II als Chance und setzte mit einer Flotte 1689 nach Irland über. William bot dort seine Truppen auf und schlug seinen Schwiegervater in die Flucht (der kehrte umgehend nach Frankreich zurück). Für Irland war es ein durchaus prägendes Ereignis, im vorwiegend protestantischen Nordirland feiert man den Jahrestag dieser Schlacht bis heute. William machte später auch in Irland kurzen Prozess - er hatte die komplette Insel bis Ende 1691 formell unter seine Kontrolle gebracht.

Ein Jahr später versuchten die Franzosen unter Ludwig XIV eine Invasion in England, auch um Jakob wieder an die Macht zu bringen. Sie scheiterten. Was man an diesem Punkt auch zum historischen Verständnis erwähnen sollte, ist der breitere Hintergrund zum Thema William/Wilhelm von Oranien und Frankreich. Wilhelm III war, wie erwähnt, Statthalter der Niederlande und sorgte sich natürlich um deren Wohl. Damit war er auch immer ein potentieller Gegner Frankreichs unter Ludwig. Die Invasion und die Aussicht auf die Regentschaft über England und die Inseln war eine einmalige Gelegenheit, seine Position nicht nur zu stärken, sondern auch die dort regierenden Frankreich-freundlichen Stuarts abzulösen. Das wiederum wollte Frankreich aus erklärbaren Gründen nicht. Daher fanden die Stuarts in der Regel in Frankreich Aufnahme, wurden dort erzogen und nicht selten bei ihren Invasionen Richtung England unterstützt. Frankreich und die Niederlande unter Wilhelm bekämpften sich danach vor allem auf den europäischen Festland, am Ende kam es 1697 zum Frieden von Rijswijk, mit dem Frankreich die Regentschaft Wilhelms über die britischen Inseln formell anderkannte. Am Ende könnte man so auch, ganz grob, die historische Bindung Schottlands zu Frankreich bei der gleichzeitig eher weniger freundlichen Grundstimmung Englands zu Frankreich erklären. Aber was weiß ich denn schon...

In England selbst hielt sich die Beliebtheit Wilhelms, so oder so, in Grenzen. Zum Einen war er einfach kein Engländer und das mögen Engländer einfach nicht. Zudem war er auch noch Calvinist - damit hätte er eigentlich in Schottland punkten können, aber ebenda hatte er einfach zuviel Blut vergossen. Obendrein war er innenpolitisch nicht besonders stark, vielleicht auch wegen seiner sexuellen Orientierung (man sagte ihm nach, er habe alle Geschlechter geliebt mit einer Präferenz zu eigenen Geschlecht). Das britische Parlament nutzte seine Schwächen geschickt aus und setzte unter seiner Regentschaft z. B. die Bill Of Rights durch. Die wiederum beschränkten die Macht des Königs doch außerordentlich. Wilhelm/William III starb 1702, seine Ehe blieb kinderlos. Dafür kam, wie abgesprochen, seine Schwägerin Anne auf den Thron.

Ansonsten passierte, auf Schottland bezogen, nicht sehr viel. Wichtig war vielleicht die Gründung der Bank Of Scotland im Jahr 1695 und der Education Act Of 1696. Der schrieb, wie schon sein Vorgänger von 1633, für jeden Parish eine Schule vor um die Bildung voranzubringen. Im Vergleich zum 1633er Act musste man den von 1696 dabei als echten Erfolg bewerten. Es ging aufwärts.

Das 18. Jahrhundert: Act Of Union, die Jakobiten melden sich doch wieder

1707 passiert der Act Of Union die Parlamente Schottlands und Englands. Er bedeutete eine wesentliche Änderung vor allem für Schottland. Bislang waren England und Schottland, trotz eines Königs, zwei souveräne Staaten mit eigenen Parlamenten und Gesetzgebungen. Das wurde nun per Vertrag geändert, die Souveränität wurde zugunsten eines Parlaments und einer Gesetzgebung für alle geändert - gem. Vertrag sollte "One Kingdom by the Name of Great Britain " entstehen.

Culloden, Schottland
Eine Teil des Battlefield Of Culloden
rechts der Memorial Cairn, links die Grabsteine der jakobitischen Massengräber

Dass damit nicht alle Schotten glücklich waren, war zu erwarten. Vor allem die Jakobiten gaben sich überraschenderweise immer noch nicht geschlagen und versuchten es mit drei Aufständen: 1715, 1745 und dem letzten im Jahr 1746 bei der Schlacht von Culloden. Mit der vernichtenden Niederlage in Culloden wurde die letzte Schlacht auf schottischem Grund geschlagen, die Jakobiten waren damit kein Thema mehr (auch wenn mutmaßlich auch danach noch der eine oder andere Stuart Anhänger in Schottland lebte).

Was sonst noch so passierte im 18. Jahrhundert

  • 1748 veröffentlicht David Hume sein Werk "An Enquiry Concerning Human Understanding (Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand)".
  • 1754 entdeckt Joseph Black bei Versuchen den Stoff Kohlenstoffdioxid
  • 1768 wird die erste Ausgabe der Encyclopaedia Britannica aufgelegt.
  • 1769 erfindet James Watt die Dampfmaschine mit separatem Kondensator
  • 1776 veröffentlicht Adam Smith sein Werk The Wealth Of Nations (Der Wohlstand Der Nationen)

19. Jahrhundert - relative Ruhe

Die Zeit kriegerischer Auseinandersetzungen war im 19. Jahrhundert sozusagen zu Ende. Probleme oder Problemchen gab es nach wie vor. 1820 kam es zum Radical War, der jedoch kein Krieg im klassischen Sinn war. Vielmehr war es eine Woche des Streiks und Protests, in der die Menschen landesweit auf ihre schlechte Situation aufmerksam machen wollten.

Als großen Erfolg und eine gewisse Aussöhnung mit England muss man den Besuch des amtierenden Königs George IV in Schottland im Jahr 1822 bezeichnen. Es war der erste Besuch eines Monarchen seit 1633 und George IV schien bei den Schotten ganz gut anzukommen.

1832 wurde der Reform Act verabschiedet. Es war eine Art Wahlrechtsreform, welche die Wahlkreiseinteilung neu formulierte. Damit wollte man eine breitere soziale Schicht im politischen Leben sehen. Das ganze muss auf Schottland und Irland bezogen aber eher als Reförmchen bezeichnet werden. Letztlich blieb die adlige Schicht politisch bestimmend, was sich eigentlich hätte ändern sollen.

1843 kam es zur Spaltung innerhalb der Church Of Scotland, weil man sich nicht einigen konnte über das Verhältnis Kirche zu Staat. 450 Prediger der Kirche verließen die Church Of Scotland darüber und gründeten die Free Church, wo sie einerseits nach strengeren religiösen Vorgaben wirken wollten und zudem den Gesetzen Christus und nicht jenen des Königs folgen wollten (spirituell betrachtet).

Was sonst noch so passierte

  • 1805 wurde die erste Ausgabe des Glasgow Herald veröffentlicht
  • 1817 wurde die erste Ausgabe des Scotsman veröffentlicht
  • 1847 wurde die United Presbyterian Church Of Scotland gegründet
  • 1878 Pleite der City Of Glasgow Bank
  • 1879 bricht die Eisenbahnbrücke Tay Bridge bei Dundee bei einem Sturm zusammen, als ein Zug darüber fährt. Alle Insassen sterben beim so gennnten Tay Bridge Disaster
  • 1890 wird die Forth Railway Bridge eröffnet
  • 1896 wird die Glasgow Subway eröffnet

Das 20. Jahrhundert

Lässt man einmal die beiden Weltkriege beiseite, war das erste wichtige Ereignis der Zusammenschluss der Church Of Scotland mit der United Free Church Of Scotland im Jahr 1929. Möglich wurde das, nachdem das Parlament per Gesetz strittige Punkte beilegen konnte. Die Church Of Scotland erhoffte sich ein Wiedererstarken, was aber nicht passieren sollte.

  • 1934 wird die Scottish National Party (SNP) gegründet. Sie wird zu einer wichtigen, wenn auch nicht die bestimmende Kraft im Land. Das ändert sich nach dem Millenium, die SNP wird 2007, 2011 und 2015 zur stärksten politischen Kraft im Land.
  • 1943 wird die North Of Scotland Hydro-Electric Board gegründet mit dem Ziel, auch alle Teile der Highlands And Islands mit Strom zu versorgen
  • 1957 startet das Scottish Television offiziell
  • Ende der 1960er findet man reiche Ölvorkommen in der Nordsee vor Schottland.
  • 1968 die General Assembly der Church Of Scotland lässt erstmals die Priesterweihe von Frauen zu. 2013 überrascht die Versammlung mit dem Beschluss, dass ab sofort auch Homosexuelle Frauen oder Männer Priester der Kirche werden können.
  • 1975 gibt es eine Reformation der Regierungsbezirke. Counties und Burghs werden durch Regions und Districts ersetzt. Im Zuge der nächsten Reform 1995 werden die Regions und District schließlich zu Councils eingedampft
  • 1978 nimmt BBC Radio Scotland den Betrieb auf.
  • 1979 lässt man ein Referendum zu, welche über die Bildung eines schottischen Parlaments abstimmt. Es gibt keine Mehrheit. 1997 lässt die britische Regierung unter dem Schotten Tony Blair erneut ein Referndum in der Sache zu mit dem Ergebnis im Jahr 1999, dass Schottland ein eigenes Parlament bekommen soll. Das neue Parlament erhält ab 2004 ein neues Regierungsgebäude in Edinburgh beim Holyrood Palace.
  • 1988 kommt es zur Katastrophe bei Lockerbie. Ein Pan Am Flug wird von Terroristen in die Luft gesprengt. Bei dem Attentat kommen 270 Menschen ums Leben.
  • 1996 der Stone of Destiny kehrt zurück nach Schottland, er wird im Edinburgh Castle untergebracht

Schottland in den 2000ern

Im Grund verlief die jüngste Vergangenheit ruhig. Politisch indes hatte sich durch das Erstarken der SNP einiges geändert und die Rufe nach einer Unabhängigkeit Schottlands wurden immer lauter. Schließlich stimmte man einem Referendum zu, welches 2014 am Ende ein ernüchterndes Ergebnis für die Initiatoren brachte: eine Mehrheit von 55% zu 45% entscheidet sich zum Verbleib in Großbritannien. Man muss abwarten, wie sich die Situation nach dem Brexit weiterentwickelt.