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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Städte und Orte: St. Vigeans

St. Vigeans ist ein kleines Dorf nördlich der Stadt Arbroath in Angus, Schottland. St. Vigeans war früher ein wichtiger Kirchenort, eine so genannte Kirkton. Die Kirche auf dem Hügel bestimmt den Ort. Um den Hügel wurde eine schmale Dorfstraße angelegt, an der wenige Häuser aus dem typischen roten Sandstein der Region gebaut wurden.

Hinter dem Dorf fließt der Brothock Burn, der von einer schönen alten Steinbrücke aus dem 17. Jahrhundert überspannt wird. Im Dorf ist es sehr ruhig, es gibt keine Einkaufsmöglichkeiten und keine Poststelle. Dafür gibt es ein relativ großes Gemeindehaus und die Hauptsehenswürdigkeiten - die Church St. Vigeans und das Museum Of Carved Stone.

Landesinfo
Einwohner: ?
Vorwahl: 01241
Postcode: DD11
Council-Area: Angus

Die Church St. Vigeans

Zentrales Bauwerk ist die St. Vigeans Church, welche für die Einwohner von Arbroath bis zur Reformation eine wichtige Kirche war. Die Kirche stellte ein beeindruckendes Bauwerk regionaler Baukunst dar, weil die Kirche komplett aus dem roten Sandstein der Region erbaut war.

Es ist unklar, ob und wann Christen in St. Vigeans angekommen sind. Man geht heute davon aus, dass es wohl Missionare aus Irland und Iona waren, welche eventuell im 6. und 7. Jahrhundert hier ankamen und Kirchen gründeten. Der Name St. Vigean würde darauf hinweisen, weil es im Prinzip die lateinische Entsprechung für St. Fechin Of Ireland wäre. Allerdings ist ziemlich klar, dass St. Vigean den Ort selbst wohl nie aufsuchte.

St. Vigeans Church Schottland
St. Vigeans Church

Die Kirche ist demnach wahrscheinlich das älteste Gebäude am Ort. Wie alt die Kirche ist, ist aber unklar. Es ist überliefert, dass William The Lion beim Bau der Abbey von Arbroath auch diese Kirche St. Vigeans der Abbey übergab. Also müsste die Kirche 1178 schon bestanden haben.

Geweiht wurde die Kirche um 1242 durch Bischof David de Bernhame of St. Andrews. Zu dessen Diözese gehörte die Kirche, obwohl die Kirche von 1178 bis zur Reformation im Jahr 1560 zur Kurie der Abbey von Arbroath gehörte. Von dort wurde auch der Priester gestellt. Die Kirche St. Vigeans diente denn auch der Öffentlichkeit von Arbroath, zumal die Abbey der Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Wer Messen beiwohnen wollte, musste die Kirche St. Vigeans aufsuchen.

Im Zeitalter der Reformation gab es überraschenderweise kaum Änderungen in der Kirche. Der allgemeine Zustand der Kirche wurde jedoch immer schlechter. Ab dem 18. Jahrhundert begann man mit größeren Reparaturen und Erweiterungen. Allerdings handelte es sich wohl nur um notwendiges Flickwerk. Um die Kirche erhalten zu können, mussten 1871/1872 große Reparaturen in Angriff genommen werden. Die Arbeiten wurden von R. Rowan Anderson aus Edinburgh durchgeführt. Er entfernte einige der Anbauten aus den vergangenen 300 Jahren.

Die renovierte Kirche wurde am 9. Mai 1872 wieder eröffnet und wurde seither praktisch kaum verändert. 1875 wurde eine zweimanualige Orgel von Harrison Durham eingebaut. Es handelte sich um eine der ersten Orgeln in einer kleinen Landkirche, die Orgel kostete damals immerhin 395£

Neben der Kirche ist auch das Museum Of Carved Stone in St. Vigeans interessant

Museum of Carved Stone St. Vigeans

Im Museum gibt es eine schöne Sammlung alter Steine mit Inschriften zu sehen. Es handelt sich um Grabsteine und Symbolsteine mit piktischen Inschriften. Viele Steine wurden bei der Restaurierung der Kirche in der Bausubstanz der Kirche entdeckt und herausgenommen. Man geht davon aus, dass man die Steine einst gesammelt hatte und einfach zum Bau der Kirche nutzte.

St. Vigeans Museum Schottland
Eingang zum Museum Of Carved Stones

Im späten 19. Jahrhundert wurden die Steine dann im Zuge der Restaurierung der Kirche entdeckt und wieder aus der Bausubstanz herausgelöst. Man bewahrte die Steine zuerst in der Kirche auf. Später übernahm Historic Scotland die Sammlung, richtete zwei alte Dorfhäuschen als Museum ein und stellt die Steine seither dort aus.

Das bekannteste Stück der Sammlung ist der Drosten Stein. Möglicherweise stand dieser einst am Eingang des Klosters St. Vigeans. Er wurde dann zerbrochen, ein Mittelstück fehlt bis heute. Der Stein gibt, wie die meisten Fundstücke, viele Rätsel auf. Es ist nämlich nach wie vor unklar, ob es ein Kloster St. Vigeans überhaupt gab. Damit ist auch nicht geklärt, wie St. Vigeans überhaupt entstand.

Ziele um St. Vigeans

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