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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Schottischer Whisky - Ardbeg Distillery

Ardbeg ist eine Whisky-Distillery auf Islay, Schottland. Ardbeg hat seine Destillerie in Port Ellen und produziert dort in Nachbarschaft von Lagavulin und Laphroaig. Ardbeg gehört zu den typischen torfigen Vertretern von Islay, der Hersteller reklamiert für sich bzw. sein Produkt sogar, dass der Ardbeg den "torfigsten aller Islay Whiskies" herstellt. Tatsächlich liegt der Standard Phenolgehalt bei 50 bis 55 PPM, was eigentlich noch nicht extrem hoch ist. Ardbeg stellt aber auch Produkte mit Phenolgehalten von nur 8 PPM als Light Version her und Produkte bis 100 PPM, was natürlich sehr torfig ist.

Ardbeg Whisky
Ardbeg Ten

Mit nur einer Wash und einer Spirit Still gehört Ardbeg nicht zu den großen Destillerien, aber immerhin kommt man auf eine maximale Kapazität von 1 Mio. Liter im Jahr. Das Wasser kommt vom Loch Arinambeast und Loch Uigedale. Der getorfte Malt stammt von Port Ellen Maltings, die für die meisten Islay Destilleries liefert. Ausgebaut wird der fertige Whisky in der Regel in Bourbon oder Sherry Fässern, der Standard Ardbeg ist 10 Jahre alt. Dieser Ardbeg Ten dürfte auch der bekannteste Ardbeg sein.

Die Produktion bei Ardbeg begann, wie beim Nachbarn Laphroaig, um 1815. Unklar ist auch hier, ob und wie Ardbeg schon zuvor prodzierte. Zumindest wirkt die Aussage des Eigners, dass Ardbeg schon 1798 anfing, etwas nassforsch. Produziert wurden eigentlich schon immer Single Malts, die aber lange Zeit vor allem in andere Blends einflossen. Ardbeg produzierte ohne große Unterbrechungen bis 1981, ab 1981 ging bis 1987 aber praktisch nichts mehr. 1987 übernahmen Allied Lyons die Brennerei und produzierten, mehr oder weniger, bis 1991. Danach wurde die Produktion erneut eingestellt. Ein Glücksfall für Ardbeg (und für Whiskyfreunde) war 1997 die Übernahme durch Glenmorangie plc. Die Destillerie wurde nach kurzer Unterbrechung 1997 wieder eröffnet. Im Jahr 2000 wurde erstmals der Ardbeg Ten vorgestellt. Ein Problem für viele Fachleute war in der Folge vor allem die Strategie von Ardbeg bzw. eines Eigners von Glenmorangie, Moët Hennessy. In den etwas schwierigen Jahren von 1981 bis 1997 wurden große Teile der alten Produktion an unabhängige Abfüller übergeben. So gesehen hatte Glenmorangie bei Produktionsbeginn nur wenige verwertbare ältere Jahrgänge zur Hand. Da man aber eben auch etwas verkaufen musste, kam man mit allerhand neuen Produkten auf den Markt und bewies nicht immer eine, aus Sicht von Whisky Freaks, glückliche Hand.

So gesehen war die Ausgabe eines sehr jungen Ardbeg (Very Young) mit einem Alter von nur 6 Jahren und einem sehr hohen Alkoholgehalt von über 58% zumindest diskussionswürdig. 2005 fiel Ardbeg bei Fachleuten in Ungnade, als man den Ardbeg Serendipity auf den Markt brachte. Im Prinzip war der Name Single Malt ein Etikettenschwindel, da irgendwann bekannt wurde, dass es sich um einen Mix aus Ardbeg und Glen Moray Malts (einer anderen Distillery von Glenmorangie) handelte. Die Firma entschuldigte das später etwas halbherzig als ein "Versehen". Ebenfalls bemerkenswert war die Kürung eines Ardbeg Uigedail in einer speziellen kanadischen Abfüllung zum besten Whisky 2009. Diesen Whisky gab es offiziell wohl gar nicht, Ardbeg selbst stellte später fest, dass es nie spezielle kanadische Abfüllungen gab.

Tatsächlich war die Qualität der Ardbegs zumindest bis 2010 wechselhaft, ab 2010 scheint Ardbeg jedoch wieder an Qualität zuzulegen. Die Basisabfüllung von Ardbeg ist seit 2004 der Ardbeg Ten (mit 46%), ein zehn jahre alter Single Malt. Daneben gibt es einige spezielle Abfüllungen (einen weniger getorften mit 40% ebenso wie andere mit deutlich höherem Torf/Phenolgehalt und Alkoholgehalten bis 58,9%). Grundsätzlich hat sich Ardbeg nach eigenen Angaben irgendwann darauf konzentriert, lieber einen Whisky mit höheren Alkoholgehalt anzubieten, außerdem wurde mittlerweile auf Kaltfiltrierung verzichtet.

Adresse

Port Ellen, Islay PA42 7EB