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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Midges - Stechmücken in Schottland

Fachleute gehen davon aus, das es im United Kingdom insgesamt 37 Spezies von Midges - also Mücken, gibt. Fünf dieser Arten in Schottland sollen dabei Menschen beißen. Besonders in den Highlands sind die Plagegeister bekannt. Die meisten Attacken auf Menschen stammen dabei wohl von der Spezies Culicoides Impunctatus - der so genannten Highland Midge.

Eine weitere bekannte Stechmücke ist die Culicoides Halophilus. Sie wird vornehmlich in salzigen Marschgebieten der Küsten Schottlands vorgefunden.

Vornehmlich auf Tiere geht die Culicoides Nubeculosis los. Sie saugt meistens an Farmtieren, stillt ihren Appetit aber auch beim Menschen. Eine weitere Steckmückenart ist die sogenannte Garden Midge (Culicoides Obsoletus). Sie findet man überall in Städten und in den Lowlands. Allerdings ist sie weniger problematisch als die Highland Midge.

Die Steckmücken in Schottland sind durchaus artverwandt mit den Moskitos. Allerdings ist speziell die Highland Midge sehr viel kleiner. Ihre Flügelspannweite beträgt nur ca. 1,4mm. Auf den Flügeln hat sie charakteristische dunkle Flecken, die man aber nur unter einem Mikroskop gut ausmachen kann.

Die Highland Midges sind vor allem von Juni bis August eine große Plage, im September nimmt das Problem dann meist ab - aber der zweiten Hälfte des September sind sie - je nach Wetterlage - eher seltener ein Problem. Die Stechattacken der Mitches beginnt erfahrungsgemäß morgens ab 5 Uhr. Einen gewissen Höhepunkt erreicht das zwischen 7 und 9 Uhr morgens. Danach wird es ruhiger. Erst abends ab 18.00 Uhr bis 23.00Uhr tritt das Problem Midges dann wieder verstärkt auf.

Midges halten sich vor allem in der Nähe von Gewässern, in Torfmooren und nahe von Büschen und Sträuchern auf. Sie mögen kein direktes Sonnenlicht und sind windempfindlich. Bei starkem Wind verschwinden die Plagegeister in der Regel. Von daher mögen Midges windgeschützte Bereiche und schattige Bereiche.

Es sind in der Regel die trächtigen Weibchen, die beißen. Sie müssen damit ihre Brut versorgen. Dabei pumpt die Midge ihren Speichel in die Wunde. Das verhindert die Blutgerinnung. Später wird aber ein Wundgenesungsprozess erzeugt, der dann zu der bekannten leichten Schwellung und dem Jucken führt

Ein einziger Stich wäre wohl weniger problematisch. Aber die Highland Mitches tauchen oft zu Hunderten oder gar zu Tausenden auf. Das führt zu massenhaften Stichen, die einen zur Verzweiflung führen können. Die Folge ist fast unausweichlich ein Kratzen an der Stichstelle. Dies wiederum führt dann zu offenen Wunden.

Ähnlich wie bei den Schnaken in Deutschland ist es auch bei den Midges so, dass nicht jeder gleichermaßen von den Fliegen gestochen wird. Der Grund ist nicht ganz geklärt, man geht von speziellen Duftstoffen aus, welche die Tiere nicht mögen. Das mit den Duftstoffen ist aber auf der anderen Seite wiederum ein spezielles Problem. Denn die weibliche Midge produziert ein Pheromon, wenn sie auf ein potentielles Opfer trifft. Dieser Duftstoff lockt dann die anderen Midges an.

Der Mückenstich ist, wie gesagt, in der Regel nicht problematisch, sondern vor allem störend. Die meisten Menschen können gut damit umgehen. Aber es gibt auch Menschen, die stärker auf die Stiche reagieren. Dann kann es zu sehr unangenehm juckenden und blutenden Wunden sowie allgemeiner Übelkeit kommen. Wie bei den deutschen Schnaken übertragen die Midges bislang jedoch keine bekannten schwerwiegenden Krankheiten wie etwa Malaria, Schlafkrankheit oder Flussblindheit.

Grundsätzlich wirken die Stiche auf Neulinge mehr, so wird zumindest von Fachleuten berichtet. Einwohner sind das schon gewohnt, ihr Immunsystem reagiert deshalb träger auf die Stiche. Wer zum ersten Mal von Midges heimgesucht wird, den kann das wesentlich stärker treffen. Außerdem wissen Einheimische natürlich recht gut, wann und wo die Midges vor allem auftreten. Sie können sich so viel besser schützen.

Wie kann man sich schützen?

Langarmpullover sind eine recht gute Wahl. Sie halten die Bisse schon mal ab. Ein Problem sind aber immer die weniger gut schützbaren Bereich wie Gesicht, Hals, Handgelenke und Hände. In den Highlands kann man in Shops spezielle Midge Hoods oder sogar Midge Jackets kaufen. Sie besitzen ein spezielles Fliegennetz, welche die Stichgefahr minimieren. Ein Problem: in dem Zeug kann man schnell ins Schwitzen kommen und man darf sich neugieriger Blicke anderer Menschen sicher sein. Wer in den problematischen Zeiten in den Highlands ist, der sollte sich folgende Tipps zu Herzen nehmen:

  • Man sollte windgeschützte und schattige Plätze die bewaldet und/oder feucht und dunstig sind meiden.
  • Unnötige Aktivitäten in Problemzonen in den frühen Morgenstunden und frühen Abendstunden meiden
  • Plätze suchen, die sonnig und windig sind
  • Einen guten Insektenschutz kaufen und anwenden
  • Am besten viel vom Körper bedecken. Dazu helle Kleidung tragen
  • Türen und Fenster gerade in den frühen Morgen- und Abendstunden geschlossen halten - vor allem wenn man Licht an hat.

Wie in Deutschland, so kennen Einheimischen weitere Tricks, um die lästigen Mücken abzuhalten. Diese helfen aber leider nicht immer. So sagt man, dass Rauch die Tiere abhält. Einige Leute schwören auf die Einnahme von Vitamin B1, was angeblich die Tiere abhält. Angeblich soll auch der Verzehr von Marmite (einem Hefeaufstrich) helfen. Außerdem werden immer wieder eine Anzahl von Kräutern als Abschreckung genannt (Beifuss, Kampfer, Granatapfelhaut, Lavendel, Lemongras, Oragenöl, Zeder, Dill, Bergamotte, Cajeput, Sassafras und so weiter). Ob und inwiefern das alles hilft, bleibt aber wohl Glaubenssache.

Auch die chemische Industrie hält Mittelchen gegen Midges bereit. Meistens beinhalten die angebotenen Präparate zwei Stoffe, di-methyl phthalate (DMP) und di-ethyl toluamide (DEET). Ein gewisses Problem: die Mittel sollte man nicht auf Kleidung sprühen, da sie gewisse Stoff angreifen bzw. wie Weichmacher reagieren.

In Schottland werden auch Fallen für Midges vertrieben. Die Fallen funktionieren wohl tatsächlich, aber sie ziehen eben auch tausende von Midges an. So gesehen sollte man die Fallen nicht unbedingt im Haus aufstellen.