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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Inseln: St. Kilda

St Kilda (Scottish Gaelic: Hiort) ist ein recht isoliert liegendes Archipel, das etwa 64km West-Nordwest von North Uist im Nordatlantik liegt. Die größte der zugehörigen Inseln ist Hirta. Hirta nimmt mit ca. 670 Hektar fast 78% der Gesamtfläche von St. Kilda ein. Die nächst größere Insel ist Soay (99Hektar) und danach Boreray (77Hektar).

Der höchste Punkt von St. Kilda ist der Conachair auf Hirta mit 430 Metern. Die Nordseite des Conachair ist sozusagen eine vertikale Klippe mit einer Höhe von ca. 427 Metern. Sie stellt die höchste Meeresklippe in Großbritannien dar.

St. Kilda war eigentlich immer bewohnt, wobei die Einwohnerzahl wohl nie mehr als 180 betrug. Der wichtigste Ort war Village Bay auf Hirta. Im Jahr 1930 wurde die gesamte St. Kilda Gruppe dann jedoch evakuiert. Speziell im Sommer halten sich aber viele Freiwillige auf den Inseln auf, um die Gebäude auf den Inseln instand zu halten. Außerdem gibt es einen militärischen Stützpunkt, der seit 1957 auf der Insel beheimatet ist.

Landesinfo
Einwohner: -
Fläche: 855 Hektar
Council-Area: Comhairle nan Eilean Siar/Western Isles

Warum St. Kilda irgendwann komplett evakuiert wurde, wird verschieden interpretiert.

Ein großes Problem für die ehemalige Bevölkerung waren gem. Überlieferungen die Besucher, welche ab dem 18. Jahrhundert mit Schiffen auf die Inselgruppe kamen. Sie brachten vor allem Krankheiten wie die Cholera und Pocken mit und dezimierten damit die Bevölkerungszahl der Inseln nachhaltig. Man erzählt sich davon, dass die Inseln in schlimmen Zeiten nicht einmal mehr genug Leute hatte, um die Boote zu besetzen. Deshalb wurden dann Familien von Harris nach St. Kilda gebracht und dort angesiedelt. Allerdings konnten sich die Einwohnerzahlen nie mehr richtig erholen. Auch der einsetzende Tourismus ab dem 19. Jahrhundert brachte zwar Geld auf die Insel (die Einwohner verkaufen vor allem Tweedprodukte und Vogeleier), aber die Touristen brachten wiederum Krankheiten wie Tetanus mit auf die Insel. Außerdem führten die guten Einnahmen zu einer größeren Unabhängigkeit der Menschen und viele konnten sich damit ein Leben auf dem Festland sichern und waren damit für St. Kilda verloren.

Ein weiterer Schlag für die Menschen soll auch die Schließung der einzigen Kirche St. Kilda's gewesen sein. Eigentlich waren die Menschen auf St. Kilda eher unreligiös. Aber auch vor St. Kilda machte die Missionierung nicht halt. Später war es dann so, dass die Menschen im Glauben ihr Heil suchten und extrem religiös waren. Als ihnen mit der Kirche praktisch die Religion genommen wurde, wanderten viele Menschen nach Australien aus.

Nach dem I. Weltkrieg zerstörte ein U-Boot die militärischen Anlagen der Inseln und St. Kilda. Außerdem verließen nach dem I. Weltkrieg vor allem junge Männer auf der Suche nach Arbeit die Insel, was früher oder später sowieso zu einem langsamen Aussterben geführt hätte.

Man sagt, dass der endgültige Anlass der kompletten Evakuierung der Tod einer jungen Frau war, welche an den Folgen einer Blinddarmentzündung starb. Das war im Januar 1930. Am 29. August 1930 wurden die verbliebenen 36 Einwohner nach Morvern verbracht.

Die Regierung hatte anscheinend auch nie ein großes Interesse, die Insulaner zu unterstützen. Interessanterweise blieb den Insulanern ein Radioempfang oder eine ordentliche Infrastruktur versagt. Diese Infrastruktur wurde dann ohne großes Reden verwirklicht, als man den Militärstützpunkt errichtete. Dieser scheint mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet zu sein, um den Leuten ein einigermaßen angemessenes Leben zu ermöglichen.

Die Inseln wurden 1931 von Lord Dumfries gekauft, Vorbesitzer war Sir Reginald MacLeod. Danach war es um St. Kilda 26 Jahre lang sehr ruhig. Im Sommer wurde die Insel gerne von Touristen bzw. von ehemaligen Einwohnern besucht. Am 14. August 1956 verstarb Lord Dumfries, die Inselgruppe ging auf den National Trust For Scotland über, der die Insel für einen symbolischen Betrag an die Militärs vermietet. Schon im Jahr 1955 beschloss die britische Regierung, St. Kilda als einen Raketenstützpunkt zu etablieren. Ab 1957 begann man dann mit dem Bau umfangreicher Militäranlagen.

Als man 1957 mit dem Bau von Militäranlagen begann, kamen viele freiwillige Helfer auf die Insel und begann parallel mit der Restaurierung u. a. von Village Bay. Außerdem begann man sich auch für die außergewöhnliche Natur auf der Inselgruppe zu interessieren und machte das Gebiet noch 1957 zu einer Art Naturreservat. 1986 wurde St. Kilda dann zum ersten UNESCO Weltkulturerbe in Schottland ernannt. St. Kilda wird heute wegen seiner reichen und speziellen Flora und Fauna hoch gewürdigt und wird von Fachleuten in seiner Einzigartigkeit mit weltberühmten Orten wie Machu Picchu in Peru oder dem Berg Athos in Griechenland auf eine Stufe gestellt.

Wer heute mit dem Schiff oder Boot herkommt, darf in der Bucht von Village Bay ankern. Wer an Land möchte, benötigt jedoch die ausdrückliche Genehmigung des National Trust for Scotland. Man befürchtet, dass fremde Tiere und Pflanzen eingeschleppt werden könnten, und so die empfindliche Ökologie zerstören können.

Wer auf die Insel kommen kann, der darf sich durchaus glücklich schätzen. Es erwartet einen eine atemberaubende Naturlandschaft. Außerdem gibt es einige beachtliche prähistorische und mittelalterliche Bauwerke auf St. Kilda zu bestaunen.

Ein mittelalterliches Dorf liegt bei Tobar Childa, nur etwa 400 Meter von der Küste entfernt am Fuß des Conachair. Die älteste Struktur hier stammt wohl aus der Zeit zwischen 500 v.Chr. bis 300 n. Chr.