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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Inseln Schottlands: Isle Of May

Die Isle of May (gälisch Eilean Mhàigh ) ist eine Insel im Nördlichen Ausläufer des Firth Of Forth, etwa 8km vom Festland entfernt. Das Inselchen ist ca. 1,8 lang und kaum mehr als 0,5km breit. Verwaltet wird die Isle Of May vom Scottish Natural Heritage Found als National Nature Reserve.

Die Insel kann man von Ostern bis Ende September besuchen, es gibt Fähren von Anstruther und Crail sowie North Berwick. Die Überfahrt dauert ca. 45 Minuten. Dabei kommen die meisten Besucher kommen als Tagestouristen, man kann aber auch einen einwöchigen Aufenthalt im Low Light (im ehemaligen kleinen Lighthouse der Insel) buchen. Die Insel ist Brutplatz für viele Vögel und daher ein interessantes Ziel für Vogelbeobachter. Das Scottish Seabird Centre in North Berwick hat auf der Insel zwei Livekameras in Betrieb, welche man online steuern kann.

Isle Of May, Schottland
Blick vom Festland auf die Isle Of May

Im Norden schließt die Halbinsel Rona an, welche aber in der Regel als eigenständiges Eiland betrachtet wird.

Die Isle Of May ist, mal abgesehen von der interessanten Tierwelt, eine Insel mit einer bewegten, wenn auch in Teilen unklaren Geschichte.

Historisches zur Isle Of May

Die Geschichte der Isle Of May ist nicht ganz klar. Bei Ausgrabungen stieß man auf Artefakte aus der Bronzezeit, möglicherweise deutet das auf eine sehr frühe Besiedelung hin. Außerdem fand man auf der Insel ein mysteriöses Massengrab. Untersuchungen der gefundenen Knochenreste deuten daraufhin, dass diese aus einer Periode zwischen dem 7. bis 10. Jahrhundert stammen.

Eben an der Stelle dieses Grabs wurde eine Kirche gebaut, man geht davon aus, dass es sich um eine der ersten christlichen Kirchen Schottlands handelte. Ihre Geschichte ist ebenfalls nicht ganz klar. Erste gute Belege zur Kirche gab es aus dem 12. Jahrhundert. Damals war die Insel bei Pilgern äußerst beliebt, weil man auf der Insel die Gebeine des Saint Ethernan vermutete. Aus dem Grund erfuhr die Kirche damals eine Erweiterung unter David I. Die Priory von May ging später an die Diözese von St. Andrews bis sie schließlich aufgelöst und nach Pittenweem verlagert wurde.

Die Inhaberschaft der Insel wechselte danach häufig. Zuletzt gehört die Insel um 1814 dem Duke und der Duchess Of Portland, welche die Insel an das Northern Lighthouse Board verkauften. Im 19. Jahrhundert war die Isle Of May ein recht beliebtes Ausflugsziel für die Menschen des Festlands. Allerdings ließ das Interesse an der Insel nach, nachdem am 01. Juli 1837 einer dieser Ausflüge tragisch endete und 13 Menschen ums Leben kamen.

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs war die Isle Of May Schauplatz eines Gefechts, des Battle Of May Island. Die britische Navy unterhielt bis zum zweiten Weltkrieg eine Art Kontrollzentrum auf der Insel. Um 1956 wurde die Isle Of May schließlich zum National Nature Reserve erklärt.

Die Leuchttürme der Isle Of May

Wie es sich für eine Insel gehört, hat auch die Isle Of May einen Leuchtturm (kurzzeitig sogar zwei). Die erste Anlage wurde um 1635/1636 Kohlenbefeuert in Betrieb genommen. Es war die erste bemannte Station Schottlands und damals eine der modernsten ihrer Art. Das ganze hatte aber auch seine Nachteile. Zunächst einmal musste man große Mengen Kohle auf die Insel schaffen und zudem war die Kohlebefeuerung nicht ganz ungefährlich. Im Jahr 1791 erstickten einer der damaligen Wärter, seine Frau und ein Kind durch Kohlerauch. Zudem wurde überliefert, dass man das Licht von May je nach Wetterlage nur schwer erkennen konnte.

Um 1814 kaufte das Northern Lighthouse Board die Isle Of May und ließ ein neues Leuchtturmgebäude nach Plänen von Robert Stevenson bauen. Dieses Gebäude steht heute noch auf der Insel. Es ist ein recht prunkvolles Gebäude, welches in Teilen an ein Herrenhaus erinnert. Das Gebäude wurde im Jahr 1816 offiziell in Betrieb genommen. Etwas vom Gebäude entfernt baute man in einer Senke u. a. ein Turbinenhaus. Um 1843 wurde zudem ein weiteres Licht in Betrieb genommen, das Low Light. Dieses wird aber nicht mehr betrieben, es dient heute vor allem der Vogelbeobachtung und als Gästehaus.

Auch das große Gebäude ist heute nicht mehr besetzt, das Licht wird über UHF-Wellen via Fife Ness vom Northern Lighthouse Board Edinburgh gesteuert.