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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Schlösser und Burgen in Schottland: Yester Castle, Yester House und Colstoun House

Yester Castle

Yester Castle war eine Burganlage im Südosten des Ortes Gifford in East Lothian.

Yester Castle wurde im Verlauf des späten 12. Jahrhundert von Hugo de Giffard erbaut. Er war Normanne im Gefolge der Ada, welche damals den Sohn von David I. heiraten sollte. Der schottische König versuchte damals bewusst, Normannen ins Land zu holen. Diese galten als mitlitärisch beschlagen und sollten so das eigene Heer stärken. So siedelte sich auch Hugo De Giffard in Schottland an und machte sich schnell einen sehr guten Namen als wackerer Streiter. Dafür bekam er unter William The Lion Ländereien in East Lothian mit der Gegend um Yester und baute hier ein Motte-And-Bailey Castle.

Yester Tower
Yester Tower, um 1814

Dieses relativ einfache Castle wurde im 13. Jahrhundert deutlich verstärkt, u. a. bekam es um1267 einen Wehrturm aus Stein und es wurde die prunkvolle Goblin Hall gebaut. Diese Halle wurde sozusagen unterirdisch in das Motte-And-Bailey Schloss getrieben, sie ist bis heute einer der wenigen gut erhaltenen Teile der alten Anlage.

Im Zuge der Unabhängigkeitskriege wurde Yester zunächst von den Engländern eingenommen. Unter Robert The Bruce wurde Yester zwar zurückgewonnen, die Anlage wurde jedoch teilweise zerstört, damit sie den Engländern nicht mehr in die Hände fallen konnte.

Nach dem Ende der Kriege ging Yester wieder an die Familie De Giffard bzw. später aufgrund fehlender Erben an die Familie Hay. John Hay brachte es um 1488 zu Wohlstand und wurde zum Lord ernannt. Um statusgerecht leben zu können, ließ er Yester praktisch komplett neu über der alten Goblin Hall bauen.

Die Anlage selbst verlor mit der Union Of The Crowns an Bedeutung. Die Grenze war mehr der weniger befriedet, man benötigte die alten Verteidigungsanlagen nicht mehr. Zudem war Yester als Wohnstätte nicht mehr zeitgemäß, weshalb die Hays unweit des Schlosses das Yester House planten. Dafür wurden dann viele Teile des alten Castle als Baumaterial verwendet. Einer der wenigen verbliebenen Teile war die Goblin Hall, welche lange Zeit als Falknerei für die Hays diente.

Heute liegt die gesamte Anlage etwas versteckt und schwer erreichbar in einem Wald, große Teile sind stark überwuchert. Aber das verleiht dem ganzen auch eine geheimnisvolle Note, die zu diesem Castle gut passt.

Yester Castle befindet sich auf dem privaten Yester Estate, allerdings geht durch das Estate der öffentlich East Lothian Trail. So gesehen kann man die Ruinen auch besichtigen. Mit dem Auto findet man aber praktisch keine guten Parkplätze in der direkten Nähe zum Castle.

Yester Castle, Goblin Hall
Die Deckenkonstruktion der Goblin Hall

De Giffard und die Hob Goblins

Sir Hugo de Giffard wurde allgemein als Wizard Of Yester bezeichent. Man ging davon aus, dass er in dem unterirdischen Gewölbe der Goblin Hall dunklen Künsten nachging. Legenden besagen, dass Sir Hugo einen Bund mit dem Teufel geschlossen hatte und eine magisches Armee aus dem Boden stampfen konnte. Diese Armee soll er auch gerufen haben, als es um den Bau von Yester ging.

Eine ganz besondere Geschichte ist jene der Colstoun Pear, also der Colstoun Birne. Die Tochter Sir Hugos plante die Heirat mit einem Broun aus Colstoun, ebenfalls nicht weit vom Yester Castle gelegen. Als Geschenk gab es von Sir Hugo eine Birne mit dem Hinweis, diese Birne gut zu hüten. Solange nämlich die Birne unversehrt im Besitz der Familie sei, würde sie das Glück nicht verlassen. Man schloss die Birne in einem Silberkasten ein und hütete sie gut. So gut, dass die Brouns tatsächlich gut und wohlhabend lebten. Zumindest bis 1692, als die Verlobte von Sir George Broun der Versuchung nicht widerstehen konnte und die Birne aus dem Kasten nahm. Die Birne sah wohl immer noch aus wie frischgepflückt und die schwangere Elizabeth konnte ihrem Heißhunger nicht widerstehen. Sie biss in die Birne und siehe da, das Glück war der Familie plötzlich nicht mehr hold. Sir George verlor kurz später Hab und Gut beim Spiel. Er verkaufte die Anlage an seinen Bruder, der jedoch auch kein Glück hatte. Kurz nach dem Kauf starb er zusammen mit seinen Söhnen auf dem Weg nach Edinburgh war. Sir George starb 1718 ohne Erbfolger.

Das Pech blieb nicht an der Familie haften, diese bewahrte jedoch auch die Birne mit der Biss-Spur wieder im Silberkasten auf. Sie wird angeblich bis heute in Colstoun House aufbewahrt.

Yester House

Yester House ist in der Nähe von Gifford in East Lothian gelegen. Es ist das Herrenhaus der Familie Hay, welche zuvor im nahen Yester Castle ihren Sitz hatte, dieses aber im Verlauf des 17. Jahrhunderts aufgab. In der Phase begann man auch mit dem Bau des Yester House. Das Haupthaus war wohl weitestgehend um 1715 fertig, die Arbeiten am Haus erstreckten sich aber bis ins 18. Jahrhundert.

Die Familie Hay hielt das Estate zum Ableben des 11. Marquess Of Tweeddale im Jahr 1967. Danach ging es an zwei Antiquitätenhändler, in den 1970ern an den Komponisten Gian Carlo Menotti. Nach dessen Tod wurde Jester nach einigen Versuchen und Minderungen des ursprünglichen Preises im Jahr 2015 an die Familie Wood verkauft.

Das Gebäude ist in Kategorie A gelistet, das gesamte Anwesen wurde in das nationale Verzeichnis bemerkenswerter Gärten aufgenommen.

Colstoun House

Colstoun House ist ein Herrenhaus, welches man in Verbindung zu Yester Castle und Yester House betrachten kann. Das Colstoun House ist etwa 11km nordwestlich von Yester Castle bei Haddington gelegen.

Colstoun House kann auf eine ca. 900-jährige Geschichte zurückblicken. Gem. Webseite der Betreiber ist es das älteste Herrenhaus Schottlands. Wer weiß, das behaupten einige von sich. Ziemlich sicher gehört es jedoch zu den ältesten noch heute von der Gründerfamilie bewohnten Herrenhäuser.

Begonnen hat die Geschichte von Colstoun um 1270, damals gehörte es David Broun. Es ist jedoch nicht klar, ob er damals schon eine Anlage baute. Die gesamte strategisch gute Lage mit dem Blick über den Colstoun Water gibt aber Grund dazu. In jedem Fall geht man davon aus, dass das erste Gebäude eine Art Verteidigungsturm war. Das heutige Oberschoss des Towers wurde wohl um 1574 angebaut. Damals ist warhscienlich auch die Haupttreppe desAnwesens gebaut worden. In der Phase scheint eingies passiert zu sein, von damals stammen auch Gravuren mit den Initialen PB.ER für Patrick Boun und Elizabeth Ramsay. Der Südflügel stammt aus der Phase um 1750, der Nordflügel um 1875. Auch er größte Teil der Inneneinrichtung stammt aus der Phase um 1875, wurde aber um 1903 und nach dem großen Feuer von 1907 nocheinmal verändert.

Egal, heute ist es nicht nur ein Privathaus der Gründerfamilie Broun/Brown bzw. Broun-Lindsay. Colstounhaus bietet Fremdenzimmer an. Die alten Stallungen und der Wohnhof wurden zu Veranstaltungsräumen umgestaltet. Neben den Räumen kann man dazu auch z. B. die Küche und Gartenanlagen mieten. Darüber hinaus ist Colstoun mittlerweile recht bekannt für die großen Kochkurse.

Auch die berühmte Birne von Colstoun soll es immer noch geben. Angeblich lagert sie in einem der oberen Räume, immer noch im Silberkästchen aber eben mittlerweile mit dem Abdruck der unseligen Elizabeth Mackenzie.

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