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Schottland-Wegweiser, der Guide für Schottlandurlaub

Forth Road Bridge

Die Forth Road Bridge ist eine Hängebrücke für den Autoverkehr über den Firth of Forth und verbindet sozusagen die Orte North Queensferry und South Queensferry. Bis zum Bau der Autobrücke musste man die Fähre zwischen beiden Orten benutzen.

Nachdem diese Fähre in den 1950ern jährlich ca. 2 Mio. Menschen und ca. 800.000 Fahrzeuge beförderte, wurde der Wunsch nach Alternativen zur Fähre laut. Mit dem Bau der Brücke wurde dann 1958 begonnen, sie wurde 1964 offiziell eröffnet. Die Brücke ist ca. 2,5 Kilometer lang, die größte Stützweite beträgt ca. 1 Kilometer. Bei Fertigstellung war die Forth Road Bridge die längste ihrer Art (außerhalb den USA) und die viertlängste Brücke überhaupt. Die Brücke wurde vierspurig angelegt, beidseitig gibt es Wege für Fußgänger und Radfahrer (National Cycleroute 1).

Die Brücke bildet eine wichtige Süd-Ost bzw. Nord-Ost Verbindung in Schottland. Sie verbindet Edinburgh mit Perth, Dundee und Aberdeen über die A90 bzw. im weiteren Verlauf die M90. Jährlich nutzen ca. 12 Millionen Fahrzeuge die Brücke. Seit April 2001 steht die Forth Road Bridge unter Denkmalschutz ( Category A Listed Structure gem. Historic Scotland).

Die Brücke wurde in den 2000ern zu einem politischen Zankapfel, weil man sich über die Finanzierung von Erhaltungsmaßnahmen unklar war bzw. auch allgemein über die Erhebung einer Maut zur Finanzierung. Geplant war die Erhebung einer Maut so lange, bis die Baukosten plus den angelaufenen Zinsen erwirtschaftet wurden. Dies war schon 1993 realisiert. Man wollte die Maut 1995 abschaffen, was jedoch vom Parlament abgelehnt wurde. Danach wurde die Maut mehrfach neu festgesetzt um die Erhaltung sicherzustellen. Zuletzt nahm man im Jahr bis zu 16 Mio.£ ein. Auf Antrag der SNP wurde dann die Maut im Februar 2008 aber doch aufgehoben.

Nach wie vor wird aber über die Erhaltung der Brücke diskutiert. Man ging bislang von ca. 30.000 Fahrzeugen pro Tag in jeder Richtung aus, erwartet aber schon 2010 pro Tag ca. 40.000 Fahrzeuge - in Spitzenzeiten bis zu 60.000 Fahrzeuge. Dies wird sich wohl negativ auf die Baustruktur auswirken. Die Brücke wurde auf eine Nutzungsdauer von 120 Jahren ausgelegt. Dieser Zeitraum ist aber nach Meinung vieler Fachleute aufgrund der starken Nutzung nicht mehr realistisch.

2003 wurde ein großes Instandhaltungsprogramm ins Leben gerufen, nachdem bei ähnlichen Brücken in den USA größere Schäden u. a. durch Korrosion an den Stahlkabeln festgestellt wurde. Tatsächlich stellte man 2005 fest, dass die Hauptseile bis zu 10% ihrer Wirkung verloren hatten. Momentan ist eine Beschränkung der Nutzung im Gespräch, Fachleute rechnen sogar mit einer Schließung der Brücke bis ca. 2020. Man will nun ein System zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit installieren, um die Luftfeuchtigkeit auf ein Niveau unter 40% zu senken und so die Rostanfälligkeit der Hauptseile drastisch zu reduzieren. Diese Arbeiten könnten über zweieinhalb Jahre gehen und schätzungsweise knapp 8 Mio.£ kosten.

Planungen für eine neue Brücke

Aufgrund der Wichtigkeit der Brücke und der vorausgesagten Schließung 2020 laufen Planungen für eine neue Brücke. Diese wurden in der Vergangenheit von Umweltschützern blockiert. Auch das Edinburgh City Council befürchtet durch eine neue Brücke eine dramatische Zunahme des Autoverkehrs.

Aufgrund der wohl kaum abzuwendenden Schließung der alten Brücke ist man nun aber in einer konkreten Planung für eine neue Brücke. Die Kosten für so ein Projekt werden auf über 4 Billionen £ geschätzt. Allerdings gibt es nach wie vor Widerstände - vor allem von der Grünen Partei Schottlands. Auch die Finanzierung ist unklar. Die Regierung sieht eine Partnerschaft privater Betreiber und der öffentlichen Hand vor. Die Planungen sollen zwischen 2011 bis 2017 konkret werden. Eine neue Brücke könnte gemäß der Schottischen Nationalpartei schon 2016 in Betrieb gehen.